18. November 2017

80.000 feiern Eröffnung des 2. Ökumenischen Kirchentags

Quelle: idea.de

Bischöfe erinnern an die „unvergängliche Hoffnung durch Jesus Christus“: (v.l.) Der katholische Münchener Erzbischof Reinhard Marx und der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich. Foto: idea/Ottmar

Bischöfe erinnern an die „unvergängliche Hoffnung durch Jesus Christus“: (v.l.) Der katholische Münchener Erzbischof Reinhard Marx und der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich. Foto: idea/Ottmar

München (idea) – Mit drei parallelen Freiluftgottesdiensten hat am 12. Mai der 2. Ökumenische Kirchentag in München begonnen. Wo sonst das Oktoberfest stattfindet, feierten rund 55.000 Menschen auf der Theresienwiese die Eröffnung des kirchlichen Großereignisses.
 

An zwei anderen Gottesdiensten in der Stadt nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 25.000 Personen teil. Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich (München), erinnerte in einer Dialogpredigt mit dem katholischen Münchener Erzbischof Reinhard Marx an die „unvergängliche Hoffnung durch Jesus Christus“. Diese sei „kein Versprechen mit kurzer Laufzeit“, sagte Friedrich, denn sie werde von Gott geschenkt. Marx kritisierte, dass Amtsträger der Kirche die Hoffnungen von Menschen enttäuscht hätten. Christen hätten den Auftrag, für die gleiche Würde aller Menschen einzutreten. Dieser Aufforderung könne man aber nur mit der Hilfe von Gott nachkommen.

Köhler: Kirchentag kommt „zur rechten Zeit“

Bundespräsident Horst Köhler sagte, der Ökumenische Kirchentag komme „zur rechten Zeit“. Man habe in den vergangenen Jahren den Eindruck gehabt, der ökumenische Schwung habe nachgelassen. Er hoffe aber, dass bei dem Ereignis deutlich werde, wie weit das Miteinander von Katholiken und Protestanten bereits vorangekommen ist. Die Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen bezeichnete Köhler als „dunkle Wolken“, die in den vergangenen Monaten über die Kirche gezogen seien. Viele würden ihr nun den Rücken kehren oder sie verspotten. Aufklärung und Zuwendung zu Opfern sei „das Gebot der Stunde“. Zugleich hob das Staatsoberhaupt aber auch das vielfältige Engagement von Christen hervor. „Ich möchte auch daran erinnern, wieviel Gutes durch gläubige Menschen getan wird“. Als Beispiele nannte er unter anderem die Seelsorge, die Arbeit der Religionslehrer und der Einsatz von Jugendleitern in christlichen Organisationen. Dieses Engagement habe Dank und Anerkennung verdient. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach den Organisatoren und freiwilligen Helfern seinen Dank aus. Er sei stolz, dass der Ökumenische Kirchentag in diesem Jahr auf bayerischem Boden stattfinde. Der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bezeichnete das Ereignis als „eine Plattform der gesellschaftspolitischen Diskussion“, bei der Menschen hofften, Orientierung zu finden.

Papst räumt Fehler von Geistlichen ein

Papst Benedikt XVI. räumte in einem schriftlichen Grußwort angesichts der Missbrauchsvorwürfe ein, dass es „Unkraut gerade auch mitten in der Kirche“ und unter denen gebe, die „der Herr in besonderer Weise in seinen Dienst genommen hat“. Die Kirche bleibe aber dennoch ein Ort der Hoffnung, weil sie Gottes Wort zu den Menschen bringe und den Weg des Glaubens zeige. Er rief die Christen dazu auf, sich weiterhin in der Kirche zu engagieren. Nach den Eröffnungsgottesdiensten feierten rund 400.000 Menschen in der Münchener Innenstadt einen „Abend der Begegnung“. Mit zahlreichen Konzerten, kulinarischen Angeboten und anderen Veranstaltungen hieß die bayerische Landeshauptstadt ihre Gäste willkommen. Den Abschluss bildete am späten Abend ein Lichterkreis um die ganze Innenstadt. Bis zum 16. Mai stehen rund 3.000 Veranstaltungen auf dem Programm, zu denen sich rund 125.000 Dauerteilnehmer angemeldet haben.