22. November 2017

EKD zu Afghanistan: Käßmann hatte recht

Quelle: idea.de

Präses Nikolaus Schneider bekräftigt Kritik an Militäreinsatz. Foto: EKIR / Andre Zeick

Präses Nikolaus Schneider bekräftigt Kritik an Militäreinsatz. Foto: EKIR / Andre Zeick

Hannover (idea) – Die EKD bleibt bei ihrer Kritik am militärischen Afghanistan-Einsatz. Die Ende Februar unverhofft zurückgetretene EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischöfin a.D. Margot Käßmann (Hannover), habe mit ihrem am Jahresende 2009 geäußerten Predigtsatz „Nichts ist gut in Afghanistan“ völlig richtig gelegen, sagte ihr Nachfolger, der amtierende Ratsvorsitzende Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf).
 

Wie die jüngsten Vorfälle mit drei getöteten Bundeswehrsoldaten zeigten, sei dort „vieles noch nicht gut“, erklärte er gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. In Afghanistan herrsche Krieg, so Schneider. Er begrüßte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Trauerfeier für die deutschen Soldaten erklärt hatte, dass man „umgangssprachlich“ von Krieg reden könne, auch wenn das Völkerrecht den Konflikt anders beschreibe. Laut Schneider müssen die Dinge beim Namen genannt werden. Es gelte auch, eine politische Strategie zu entwickeln. Zu wenig werde über Ziele, Mittel und die Beendigung des Militäreinsatzes nachgedacht. Man müsse dabei auch über den Abzug der Soldaten reden.