22. November 2017

25 Jahre Haft wegen angeblicher Koran-Beschmutzung

Quelle: idea.de

Munir Masih (MItte) und Ruqqiya Bibi (rechts) im Gespräch mit einer CLAAS-Mitarbeitern. Foto: CLAAS

Munir Masih (MItte) und Ruqqiya Bibi (rechts) im Gespräch mit einer CLAAS-Mitarbeitern. Foto: CLAAS

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangene des Monats April“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die pakistanischen Eheleute Munir Masih und Ruqqiya Bibi benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen.
 

Ein Gericht in Kasur (Bezirk Punjab) verurteilte die beiden Christen am 3. März wegen „Beschmutzung des Koran“ zu 25 Jahren Haft. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation CLAAS (Lahore) wurde dem Ehepaar vorgeworfen, es habe den Koran berührt, ohne sich vorher rituell die Hände zu waschen. Zeugen behaupteten ferner, das Paar habe den Koran für schwarze Magie benutzt. CLAAS hält die beiden Christen für unschuldig und hat Berufung beim obersten Gericht in Lahore eingelegt. Menschenrechtsexperten gehen davon aus, dass das pakistanische Blasphemiegesetz – es richtet sich gegen die Verunglimpfung des Koran und des Propheten Mohammed – erneut als „Waffe“ gegen Angehörige der christlichen Minderheit eingesetzt wird. Meist steckten hinter Blasphemievorwürfen persönliche Auseinandersetzungen. Laut CLAAS geht der geschilderte Fall auf einen Streit zwischen islamischen und christlichen Kindern zurück, der sich dann auf die Eltern übertrug. Die IGFM ruft dazu auf, in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Asif Ali Zardari ein gerechtes Verfahren für das Ehepaar und eine Abschaffung des Blasphemiegesetzes zu fordern. Von den rund 160 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime und drei Prozent Christen.