18. November 2017

Schulbefreiung für Kinder eines mutmaßlichen Islamisten

Quelle: idea.de

Sie besuchten ein halbes Jahr lang die umstrittene König-Fahd-Akademie in Bonn. Foto: Wikipedia/Hans Weingartz

Sie besuchten ein halbes Jahr lang die umstrittene König-Fahd-Akademie in Bonn. Foto: Wikipedia/Hans Weingartz

Essen (idea) – Fünf Kinder eines mutmaßlichen Islamisten wurden zeitweise von der deutschen Schulpflicht befreit, weil die Schulbehörde in Essen eine wichtige Information nicht einholte.
 

Statt einer staatlichen Schule konnten sie ein halbes Jahr lang die umstrittene König-Fahd-Akademie in Bonn besuchen. Entsprechende Medienberichte bestätigte am 27. Januar Siegfried Goßmann vom Essener Schulamt gegenüber idea. Man sei bei der Erteilung der Befreiung vom Unterricht im Sommer 2009 fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Kinder keine deutsche Staatsangehörigkeit haben. Dann wäre der Besuch der von Saudi-Arabien finanzierten Einrichtung unproblematisch gewesen. Nach dem Bekanntwerden des Irrtums wurde die Erlaubnis zurückgezogen. Die Kinder müssen ab sofort wieder eine deutsche Schule besuchen. Die König-Fahd-Akademie war in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten: Ihr wurde vorgeworfen, die Kontakte zu islamistischen Kreisen zu haben. 2005 räumte der damalige Geschäftsführer und Direktor der Schule, Saeed A. Al-Refaee, ein, „dass Dinge vorgefallen sind, die nicht mit den Zielen der Akademie in Übereinstimmung sind“. Ein Jahr zuvor war bekannt geworden, dass Schulbücher der Akademie den Kampf gegen „Ungläubige“ verherrlichen. Der Vater der fünf Kinder – er stammt aus dem Jemen – soll laut einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks früher stellvertretender Vorsitzender des islamistischen Al-Aksa-Vereins gewesen sein. Die Organisation war 2002 vom damaligen Innenminister Otto Schily (SPD) verboten worden. Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, Gewaltaktionen der palästinensischen Terrororganisation Hamas zu unterstützen.