21. November 2017

Pfingstgemeinde siegt: Keine Ruhestörung durch Gottesdienste

Quelle: idea.de

Londoner Ordnungsamt zieht Anordnung zurück – Einschüchterung von Christen?

Londoner Ordnungsamt zieht Anordnung zurück – Einschüchterung von Christen?

London (idea) – In einer Auseinandersetzung wegen ruhestörenden Lärms hat eine Londoner Pfingstgemeinde gesiegt.
 

Das Ordnungsamt des Bezirks Lambeth zog Anfang Januar eine Anordnung vom September zurück, wonach die Alle-Nationen-Gemeinde im Stadtteil Kennington auf Lautsprecherverstärkung in ihren Gottesdiensten mit bis zu 600 Besuchern verzichten sollte. Nachbarn hatten sie bei der Kommune angezeigt, weil sie sich in ihrer Sonntagsruhe gestört fühlten. Ein Verzicht auf Lautsprecherverstärkung war jedoch aus Sicht der Gemeinde nicht praktikabel; besonders ältere und schwerhörige Besucher seien darauf angewiesen. Die Gemeinde ließ sich von einer christlichen Juristenvereinigung beraten und bezweifelte die Rechtmäßigkeit der Auflagen. So seien keine Geräuschmessungen vorgenommen worden. Auch habe man der Gemeinde keine Chance gegeben, Stellung zu nehmen. Durch die überraschende Rücknahme der Anordnung fühlt sich die Gemeinde in ihrer Vermutung bestätigt, dass es den Beschwerdeführern gar nicht um eine vermeintliche Ruhestörung ging, sondern dass kirchenfeindliche Motive dahinter stünden. Man habe bereits seit 45 Jahren ohne Beschwerden Gottesdienste gefeiert. Nach Angaben von Pastor Abraham Sackey zeigt der Vorgang, dass es eine anhaltende Einschüchterungskampagne gegen Christen nicht nur in London sondern im ganzen Land gebe. Onn Sein Kon, Sachbearbeiter bei der Christlichen Juristenvereinigung, sagte, Anzeigen wegen angeblicher Ruhestörung durch Gottesdienste mehrten sich besonders in London. Die Alle-Nationen-Gemeinde gehört zur pfingstkirchlichen Apostolischen Kirche mit Sitz in Swansea (Südwales). Sie wurde 1916 nach der walisischen Erweckung von 1904 ins Leben gerufen. Ihre 135 Gemeinden in Großbritannien zählen zur Evangelischen Allianz. Außerdem ist sie in 40 Ländern vertreten.