22. November 2017

Jemen: Entführer verlangen angeblich Freilassung von Terroristen

Quelle: idea.de

Rebellen dementieren Verhandlungen über Geiseln aus Sachsen, die Familie Hentschel. Foto: Privat

Rebellen dementieren Verhandlungen über Geiseln aus Sachsen, die Familie Hentschel. Foto: Privat

Sanaa (idea) – Im Geiseldrama um die im Jemen verschleppte christliche Familie zeichnet sich noch kein Ende ab. Die Informationen über den Stand der Verhandlungen zwischen der Regierung in Sanaa und den Entführern sind widersprüchlich.
 

Nach Angaben des Internetdienstes „Spiegel Online“ haben die Entführer eine neue Forderung gestellt: die Freilassung mehrerer dem Umfeld der Terrororganisation El Kaida zugerechneter Häftlinge. Diese Forderung sei aber kaum erfüllbar, da die jemenitische Regierung gerade massiv gegen El Kaida vorgehe. Erst am 15. Januar töteten Soldaten den Militärchef von El Kaida auf der Arabischen Halbinsel, Kassem el Rimi, und fünf weiteren ranghohen El Kaida-Mitglieder. Bisher hätten die Kidnapper rund 1,4 Millionen Euro Lösegeld verlangt sowie Straffreiheit, freies Geleit und die Zusicherung, nicht an Saudi-Arabien übergeben zu werden. Der jemenitische Außenminister Abu Bakr el Kurbi ist überzeugt, dass sich die Geiseln in der Hochburg schiitischer Houthi-Rebellen, der nordjemenitischen Stadt Saada, befinden. Dem Nachrichtendienst afp zufolge haben die Rebellen jedoch dementiert, dass sie über eine Freilassung der Geiseln verhandelten. Solche Berichte seien falsch. Auch deutsche Sicherheitsbehörden sind skeptisch. Bislang habe die Regierung kein aktuelles Lebenszeichen der Entführten beschaffen können. Das aus Sachsen stammende Ehepaar Johannes und Sabine Hentschel mit seinen drei kleinen Kindern war im Juni vergangenen Jahres verschleppt worden, zusammen mit zwei Pflegehelferinnen aus Niedersachsen, einem Briten und einer Südkoreanerin. Die beiden Deutschen Anita Grünwald (24) und Rita Stumpp (26) sowie die Lehrerin Um Young-Sun waren wenig später ermordet aufgefunden worden.