21. November 2017

In vielen Städten Proteste gegen Ermordung von Christen in Ägypten

Quelle: idea.de

Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July fordert Religionsfreiheit für Kopten.

Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July fordert Religionsfreiheit für Kopten.

Stuttgart (idea) – Mit scharfen Worten hat der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart) auf die Ermordung von sechs ägyptischen Christen am 6. Januar reagiert.
 

Die Angehörigen der koptischen Gemeinde im südägyptischen Nag Hammadi waren beim Verlassen der Festmesse am orthodoxen Heiligabend erschossen worden. Etwa zehn Personen wurden verletzt. Bei dem Überfall kam auch ein muslimischer Wachmann ums Leben. Die Polizei nahm drei als muslimische Extremisten bezeichnete Tatverdächtige fest. Aus Solidarität mit den bedrängten Christen fanden am 16. Januar in zahlreichen deutschen Städten Demonstrationen statt. In Stuttgart wurde eine Grußbotschaft Julys verlesen. Er sehe es als seine Pflicht an, vom ägyptischen Staat Recht zu fordern. Die Verantwortlichen in Ägypten ruft er auf, „jeder Form von Diskriminierung entgegenzuwirken und die Religionsfreiheit der koptischen Glaubensgeschwister zu gewährleisten“. Der Bischof verlangt eine konsequente Verfolgung von Verbrechen auch an Christen, den Wegfall diskriminierender gesetzlicher Regelungen, Schaffung einer einheitlichen gesetzlichen Regelung für den Neubau von Moscheen und Kirchen und den Schutz der religiösen Selbstbestimmung. July kündigte eine Intervention beim ägyptischen Religionsminister an. In Oberägypten ist es in der Vergangenheit mehrfach zu Konflikten zwischen Muslimen und Christen gekommen. Von den rund 80 Millionen Einwohnern Ägyptens sind 87 Prozent Muslime, 10 Prozent orthodoxe Kopten. Hinzu kommen kleinere Gruppen von Katholiken und Protestanten. In Deutschland hat die koptisch-orthodoxe Kirche rund 6.000 Mitglieder. Der zuständige Bischof Anba Damian residiert in Brenkhausen bei Höxter.