18. November 2017

Deutsche Ärzte nehmen sich zu wenig Zeit für Patienten

Quelle: idea.de

Andreas Rost: Im Durchschnitt sieben Minuten pro Gespräch sind zu wenig.

Andreas Rost: Im Durchschnitt sieben Minuten pro Gespräch sind zu wenig.

Kassel (idea) – Ärzte in Deutschland nehmen sich zu wenig Zeit für Gespräche mit Patienten. Das hat der Oberarzt Andreas Rost (Darmstadt) beklagt. Während in der Schweiz der Kontakt eines Mediziners mit dem Patienten durchschnittlich 15 Minuten Zeit dauere, seien es in Deutschland nur sieben Minuten, sagte Rost am 22. Januar auf dem Christlichen Gesundheitskongress in Kassel.
 

Dabei sei der Beruf des Arztes ein „sprechender Beruf“: Mediziner, die in einer Praxis tätig seien, verbrächten zwischen 60 und 80 Prozent ihrer Tagesarbeitszeit mit Gesprächen; in Kliniken seien es zwischen 40 und 50 Prozent. Für ein vertrauensvolles Gespräch kommt es laut Rost darauf an, dass sich der Arzt genug Zeit nimmt. Dabei müsse er nicht alles sagen, was wahr ist. Aber alles, was er sage, müsse wahr sein. Nur so könne Vertrauen entstehen, das für die weitere Behandlung wichtig sei. Rost zufolge wünschen 92 Prozent der Krebspatienten, offen und ehrlich von ihrem Arzt über ihren Gesundheitszustand informiert zu werden.