20. September 2017

Jemen: Erstes Lebenszeichen von entführter Familie

Quelle: idea.de

Video der Geiselnehmer zeigt drei Kinder – Angehörige bangen weiter. Foto: Privat

Video der Geiselnehmer zeigt drei Kinder – Angehörige bangen weiter. Foto: Privat

Berlin/Bautzen (idea) – Nach über sechs Monaten ist von der im Jemen entführten sächsischen Familie erstmals ein Lebenszeichen aufgetaucht. Auf einem Video jüngeren Datums, das von den Geiselnehmern stammt, sind die drei Kinder Lydia (5 Jahre), Anna (3) und Simon (1) zu sehen.
 

Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf hohe Regierungsbeamte. Angeblich machen die Kinder einen erschöpften Eindruck. Unklar bleibt das Schicksal der Eltern, des 37-jährigen Diplomingenieurs Johannes Hentschel und seiner gleichaltrigen Frau Sabine. Unbekannte – vermutlich El-Kaida-Terroristen – hatten am 12. Juni eine Gruppe von Christen im Nordjemen verschleppt, die an einem Krankenhaus in Saada als Entwicklungshelfer tätig waren. Zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine südkoreanische Lehrerin wurden am 15. Juni ermordet aufgefunden. Neben der Familie, die aus der Oberlausitz (nahe Bautzen) stammt, wird auch ein britischer Ingenieur vermisst. Die Angehörigen der Verschleppten schwanken zwischen Hoffen und Bangen. Einerseits sei man natürlich froh, dass es ein Lebenszeichen der Kinder gebe, andererseits frage man sich, was mit den übrigen Verschleppten geschehen sei, teilte ein Familienmitglied der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage mit.

Familie ist dankbar für Gebete

Man sei seit längerer Zeit überzeugt, dass Neuigkeiten über die Entführten ans Licht kommen würden. Das Video mit den Kindern sei „die Bestätigung einer Vermutung“. Besonders dankbar sei die Familie für die Gebete vieler Christen, über die man sie auch unterrichte. Das Auswärtige Amt und die jemenitische Botschaft in Berlin wollten am 22. Dezember gegenüber idea keine weiteren Informationen bestätigen. Der frühere Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog war Mitte Dezember für einige Tage in den Jemen gereist. Nach Angaben des Außenministeriums war sie Reise „Teil der intensiven Bemühungen des Krisenstabs, um eine Lösung des Falls zu erreichen“. Chrobog war 2005 mit seiner Familie selbst Opfer einer Geiselnahme im Jemen geworden.