13. Dezember 2017

Japanischer Politiker erhält Studienbibel

Quelle: idea.de

Ichiro Ozawa, Generalsekretär der regierenden Demokratischen Partei Japans, äußerte sich abfällig über das Christentum.

Ichiro Ozawa, Generalsekretär der regierenden Demokratischen Partei Japans, äußerte sich abfällig über das Christentum.

Tokio (idea) – Eine Studienbibel hat ein hochrangiger japanischer Politiker erhalten, der sich abfällig über das Christentum geäußert hatte. Ichiro Ozawa, Generalsekretär der regierenden Demokratischen Partei Japans, hatte das Christentum am 10. November vor Journalisten als eine „exklusive, selbstgerechte Religion“ bezeichnet.
 

Zuvor war er mit dem Vorsitzenden der Japanischen Buddhistischen Föderation, Yukei Matsunaga, zusammengetroffen. Wie die ökumenische Nachrichtenagentur ENI jetzt berichtet, sind Anfang Dezember mehrere Kirchenvertreter mit Ozawa zusammengetroffen. Der Generalsekretär des Nationalen Christenrats, Makoto Iijima (Tokio), habe dem Politiker eine handsignierte Studienbibel und vier weitere christliche Bücher überreicht. Man hoffe, dass er durch die Lektüre sein Verständnis des christlichen Glaubens vertiefen und ihn als eine Religion der Liebe kennen lernen werde, heißt es in einem Begleitbrief. Man habe Ozawa auch gebeten, seine abwertenden Äußerungen zu erläutern. Der Generalsekretär habe erklärt, dass der Buddhismus alle Handlungen des Menschen als Teil der gesamten Natur verstehe, während der Westen sich als Herr über die Schöpfung aufschwinge. In dem Christenrat sind katholische anglikanische und protestantische Kirchen vertreten. Unter den 127 Millionen Einwohnern des buddhistisch-schintoistisch geprägten Japans bilden Christen eine kleine Minderheit von 1,5 Prozent. Rund 600.000, etwa 0,5 Prozent, sind Protestanten. Unter Spitzenpolitikern sind Christen jedoch keine Seltenheit. So ist der seit dem 16. September amtierende Premierminister Yukio Hatoyama Baptist. Sein Vorgänger Taro Aso war Katholik.