13. Dezember 2017

Entführung im Jemen: Sächsische Familie schöpft Hoffnung

Quelle: idea.de

Anzeichen lassen vermuten, dass die Familie Hentschel noch am Leben sein können. Foto: Privat

Anzeichen lassen vermuten, dass die Familie Hentschel noch am Leben sein können. Foto: Privat

Berlin/Bautzen (idea) – Einen Funken Hoffnung schöpfen die Angehörigen einer seit über sechs Monaten im Jemen entführten Familie aus Sachsen. Wie die Evangelische Nachrichtenagentur idea aus Familienkreisen erfuhr, scheine Bewegung in die verfahrene Situation zu kommen.
 

Hinweise deuteten darauf hin, dass möglicherweise einzelne Personen oder die gesamte Familie noch am Leben seien. Näheres wisse man aber nicht. Unbekannte hatten am 12. Juni eine Gruppe von Christen im Jemen verschleppt – darunter den 37-jährigen Diplomingenieur Johannes Hentschel, seine gleichaltrige Frau Sabine sowie die Kinder Lydia (5), Anna (3) und Simon (1). Zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine südkoreanische Lehrerin wurden am 15. Juni ermordet aufgefunden. Neben der Familie, die aus der Oberlausitz (nahe Bautzen) stammt, wird auch ein britischer Ingenieur vermisst. Radio Lausitz hatte am 21. Dezember gemeldet, dass die Verschleppten in der Region Saada im Norden des Landes geortet worden seien. Dort waren sie auch entführt worden. Offenbar seien die Geiseln in der Hand von El-Kaida-Terroristen. Sie wechselten ständig den Standort. Der Sender berief sich auf Informationen der Berliner Botschaft des Jemen. Auf idea-Anfrage konnte ein Sprecher die Inforationen am 22. Dezember nicht bestätigen.

Rebellen loben deutsche Familie

Im Nordjemen werden seit August heftige Kämpfe gegen die aufständische Houthi-Bewegung geführt. Deren Sprecher, Mohammed Abdulsalam, bezeichnete die Entführung der christlich-humanitären Helfer als ein Verbrechen. „Diese Familie war Teil unserer Gesellschaft“, erklärte Abdulsalam gegenüber der Berliner Zeitung „junge Welt“. Für die Arbeit der Familie, die an einem Krankenhaus in Saada tätig war, sei man dankbar. Die Houthi-Bewegung habe keine genauen Informationen über das Verbrechen, aber man versuche auf alle erdenkliche Weise, etwas über die Lage der Verschleppten und ihren Aufenthaltsort zu erfahren. Bei jüngsten Luftangriffen auf die Rebellen sollen mindestens 54 Menschen getötet worden sein. US-Präsident Barack Obama hat US-Pressemeldungen zufolge auch Angriffe mit Marschflugkörpern auf Ausbildungslager von El Kaida im Jemen angeordnet.