23. Oktober 2017

Iran: Inhaftierte Christinnen sind frei

Quelle: idea.de

Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh sind am 18. November freigelassen worden.

Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh sind am 18. November freigelassen worden.

Teheran (idea) – Zwei iranischen Christinnen, die seit fast neun Monaten wegen ihres Glaubens in Haft waren, sind am 18. November freigelassen worden. Das teilt das Hilfswerk Open Doors mit, das sich für verfolgte Christen engagiert.
 

Ursprünglich hatten Beobachter damit gerechnet, dass die 27-jährige Maryam Rostampour und die 30-jährige Marzieh Amirizadeh bereits am 16. November aus dem berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis entlassen würden. Doch verzögerte sich ihre Freilassung aus „verfahrensrechtlichen“ Gründen. Unklar ist auch, ob sie weiter für gerichtliche Anhörungen zur Verfügung stehen müssen. Mitte Oktober war eine Anklage wegen staatsfeindlicher Aktivitäten gegen die Frauen fallengelassen worden. Jedoch wurde ihnen weiter der „Abfall vom Islam“ und die Propagierung des christlichen Glaubens vorgeworfen. Im Mai hatten die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Rostampour und Amirizadeh als „Gefangene des Monats“ benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen. Die beiden Frauen wurden zwar nicht misshandelt, aber sie litten unter fieberhaften Infektionen und anderen Erkrankungen. Sie mussten sich eine Gefängniszelle mit 27 weiblichen Gefangenen teilen. Im August waren sie bei einem Verhör gedrängt worden, ihrem Glauben abzuschwören. Sie antworteten: „Wir lieben Jesus. … Wir werden unseren Glauben nicht verleugnen.“ Von den 68 Millionen Einwohnern des Iran sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Muslime, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.