18. Oktober 2017

Evangelikale wehren sich gegen Vorwürfe

Quelle: idea e.V.
 

>(idea) – Die Deutsche Evangelische Allianz hat die Behauptung zurückgewiesen, Evangelikale seien eine Gefahr für Kirchen und Demokratie. Diesen Vorwurf erheben die ARD-Journalisten Oda Lambrecht und Christian Baars in ihrem Buch „Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland“.

Die Desinformation der Autoren habe bereits zu „starken Forderungen nach Diskriminierung“ von Evangelikalen geführt, heißt es in einer am 8. April im thüringischen Bad Blankenburg veröffentlichten Stellungnahme. So werde gefordert, dass Evangelikale weder Medien wie Zeitschriften und Fernsehsender herausgeben oder betreiben noch Politikerkontakte pflegen; ihnen sollten der Status der Gemeinnützigkeit und Steuergelder entzogen, und die von ihnen mitgetragenen Privatschulen sollten verboten werden.

Dürfen Evangelikale sich nicht einmischen?
Nach Ansicht der Allianz versuchen Lambrecht und Baars, Evangelikale in die Nähe gewaltbereiter Fundamentalisten zu rücken. So werde behauptet, dass sie „ihren Glauben oder ihre Idee verbreiten – einige auch mit Gewalt“. Dazu heißt es in der von Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) unterzeichneten Stellungnahme, dass es zu den christlichen Grundüberzeugungen gehöre, Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen. Allerdings lehnten sie es ab, ihren Glauben und ihre Ethik anderen Menschen überzustülpen. In dem Buch wird auch gerügt, dass Evangelikale die Gesellschaft verändern wollten und zu mehr Engagement in der Politik aufriefen. „So viel undemokratisches Verständnis“ könne nur Befremden auslösen, so die Allianz. Entweder seien die Autoren der Meinung, dass die Gesellschaft keine Veränderung brauche, oder sie wollten Evangelikale von der Mitwirkung und Mitgestaltung ausschließen.

UN-Generalsekretär ehrt Evangelikale
Ferner wirft die Allianz den Autoren vor, die evangelikale Bewegung als gefährlichen und nutzlosen Teil der Gesellschaft darzustellen. Dass sie sich für Meinungsvielfalt, Offenheit und Toleranz engagiere und dass zahlreiche evangelikale Einrichtungen großes Ansehen genössen, werde ausgeblendet. Beispielsweise habe UN-Generalsekretär Ban Ki-Mun die Weltweite Evangelische Allianz kürzlich in New York für ihren Einsatz gegen Armut und für AIDS-Kranke ausgezeichnet.

Evangelikale vertreten allgemeines Glaubensbekenntnis
Mit ihrer Kritik an den von Evangelikalen vertretenen theologischen Überzeugungen wendeten sich Lambrecht und Baars gegen die ganze Christenheit, heißt es in der Allianz-Stellungnahme. So gehöre es zu dem alle Christen verbindenden Glaubensbekenntnis, dass Jesus Christus der Erlöser aller Menschen sei und auf die Erde zurückkehren werde. Die Deutsche Evangelische Allianz vertritt rund 1,3 Millionen Evangelikale. Vorsitzender ist der Direktor von ERF Medien (Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth (Wetzlar). Weltweit umfasst die Bewegung rund 420 Millionen Christen in 128 Ländern.