23. Oktober 2017

Hoffnung auf „moralische Orientierung“ unter Obama

So lautet die Überschrift einer kirchlichen Pressemeldung im World Wide Web. Sie bezieht sich auf die Stellungnahme des Präsidenten der US-amerikanischen United Church of Christ, John Thomas, der meint, dass die USA in den vergangenen Jahren die „moralische Orientierung“ verloren hätte. Seiner Ansicht nach bestehe Hoffnung, dass sich der „moralische Kompass“ der Vereinigten Staaten unter Obama „justieren“ lasse. Diese Vision brachte der US-Amerikaner gewissermaßen als Gastgeschenk den Kirchenvertretern der badischen Landeskirche mit. Kein Wunder! Die United Church of Christ (Vereinigte Kirche Christi, UCC) gilt als Obamas geistliche Heimat. Sie ist 1957 durch die Verschmelzung der Evangelical and Reformed Church (Evangelisch-reformierte Kirche) und der Congregational Christian Churches (Kongregationalistische christliche Kirchen) entstanden. Sie zählt in den USA zu den „Mainline Churches“, also zu den protestantischen Kirchen mit liberaler Theologie, die offen sind für neue Ideen und gesellschaftliche Veränderungen. Nach einer im Juni 2008 veröffentlichten Studie des „Pew Forum on Religion & Public Life“ zufolge stellen die Anhänger der „Mainline-Churches“ mit 18,1% der Bevölkerung der Vereinigten Staaten hinter den Evangelikalen (26,3%) und den Katholiken (23,9%) nunmehr die drittstärkste der in der Studie unterschiedenen religiösen Gruppen dar.

United Church of Christ

United Church of Christ

Das Motto der UCC lautet: „auf dass sie alle eins seien“ (Johannes 17,21). Dabei vergisst sie aber offenbar die biblische Fortsetzung des hohepriesterlichen Gebetes von Jesus Christus, der da sagt: „gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; dass auch sie in uns eins seien, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ Die UCC hat mehr als eine Million Mitglieder und engagiert sich wie allgemein bekannt als eine der fortschrittlichsten Kirchen der USA in der Bürgerrechtsbewegung und für die Gleichstellung von Homosexuellen in Kirche und Gesellschaft. Die 25. Generalsynode der UCC sprach sich am 4. Juli 2005 in Atlanta mit großer Mehrheit als erste größere Kirche in den USA dafür aus, dass gleichgeschlechtliche Paare das Recht zu heiraten erhalten sollten. So verwundert es nicht, dass gerade diese Kirche den Weg des neuen US-Präsidenten unterstützt. Eine Delegation dieser „Mainline-Churches“ unter Leitung von Thomas ist in Deutschland auf Werbetour. Denn die UCC und die EKD streben eine Kirchengemeinschaft an. Und das verwundert dann wiederum schon sehr! Üben nicht beide Kirchen unaufhaltsam harsche Kritik an Christen in Deutschland und in den USA, die sich zu den „Fundamantals“ bekennen, zur Irrtumslosigkeit und Autorität der Bibel, zur Gottheit in Jesus Christus, seiner jungfräulichen Geburt und Wunder, zu seinem Tod für die Sünden der Menschen und seiner leibhaftigen Auferstehung von den Toten und seiner persönlichen Wiederkehr? Die gemeinsame „moralische Orientierung“ von UCC, EKD und Barak Obama ist also unverkennbar.