24. Juni 2018

Die Bibel hat auch heute Vorrang vor dem Zeitgeist!

Quelle: Christliches Forum

Foto: Thomas Schneider

Foto: Thomas Schneider

Von Jörgen Bauer

“Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.” (Apostelgeschichte 5,29)

Und das kann erheblichen Ärger bringen: Die finnische Innenministerin Päivi Räsäner hatte als überzeugte Christin bei den Missionstagen im westfinnischen Kankaanpää die Christen dazu aufgerufen, im Konfliktfall eher der Bibel zu folgen als staatlichen Gesetzen – und sie hatte dabei eine Reihe von Tabuthemen – wie die Abtreibung – angeführt.

In unserer Tageszeitung wurde berichtet, dass die Ministerin übertrieben hätte und sie diese Rede jetzt um alle Ämter bringen könne. Immerhin lassen sich solche Aussagen wie die der Ministerin leicht als Aufforderung zum Rechts- und Gesetzesbruch umdeuten.

Wie zu lesen war, sei dieser “religiöse Eifer” selbst den Parteifreunden aus den christdemokratischen Reihen zuviel gewesen, und der Erzbischof der evangelisch-lutherischen Kirche Finnlands beeilte sich zu erklären, dass die Haltung der Ministerin nicht die der Kirche sei, was nicht überrascht. Warum auch sollte es mit der Anpassung der Kirche an die Welt in Finnland anders als bei uns sein?

Aufgrund besagter Rede sind noch am selben Tag 960 Finnen aus der Kirche ausgetreten; aber auch 40 (eine biblische Zahl) Finnen in die Kirche eingetreten. Die Reaktionen wären, in einem vergleichbaren Fall, bei uns sicher ganz ähnlich – und das nicht nur bezüglich der Austritte. Aber ob man auch mit Eintritten rechnen könnte, scheint eher fraglich.

Aber dürfen wir deshalb den Menschen nach dem Mund reden und nur noch das sagen, was sie hören wollen und damit dem Zeitgeist entspricht? Diese Frage kann nur mit einem eindeutigen NEIN beantwortet werden. Kreuzkuppel

Im Neuen Testament wird eindeutig davor gewarnt, sich der Welt gleichzustellen und sich damit Gott zum Feind zu machen. Wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen, das war nicht nur die Aussage der Apostel, die vor dem Hohen Rat in Jerusalem verklagt wurden. Das war auch die Aussage eines Angeklagten vor Freislers Volksgerichtshof anlässlich des Attentats vom 20. Juli 1944 auf Hitler.

Als Christen müssen wir täglich klar und eindeutig Farbe bekennen. Und da gibt es, wenn es gilt und wir darauf angesprochen sind, nur ein klares JA oder ein klares NEIN und keinerlei Eiertänze, denn alles weitere wäre vom Übel.

Persönlichkeiten wie die finnische Innenministerin sind uns hier Vorbild – und es sähe anders bei uns aus, wenn sich die Christen nicht ständig, vorsichtig abwartend, zurückhalten würden.

Aber auch bei uns gibt es positive Beispiele. Ich denke dabei an die drei Hebammen, die ihre Arbeitsplätze verloren, weil sie sich weigerten, bei Abtreibungen mitzuwirken. Sie haben mittlerweile wieder Arbeitsstellen. Gott lässt die nicht fallen, die treu zu IHM stehen.

Gott wolle uns mit Kraft und Mut erfüllen, damit wir wirken, solange es noch Tag ist – und die Meinungsbildung nicht länger einer sich wichtig gebärdenden Minderheit überlassen.