19. Juni 2018

Radioandacht: „Ich glaube nicht an Gottes Allmacht“

Quelle: idea.de

Prof. Ulrich Eibach (Bild) widerspricht Superintendent i.R. Burkhard Müller. Foto: PR

Prof. Ulrich Eibach (Bild) widerspricht Superintendent i.R. Burkhard Müller. Foto: PR

Bonn (idea) – Hörfunkandachten, in denen die Allmacht Gottes bezweifelt wurde, sind auf Kritik gestoßen. „Glauben Sie an Gottes Allmacht? An den Allmächtigen als Lenker der Weltgeschichte? Ich nicht.“

Mit diesen Worten begann der ehemalige Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Bonn, Burkhard Müller, eine Morgenandacht im Deutschlandfunk. Müller sprach dort vom 19. bis 24. September. Sein Glaube an Gottes Allmacht sei angesichts der millionenfachen Ermordung von Juden in Auschwitz zerbrochen, sagte Müller. Der Tod Jesu am Kreuz lasse ihn an dessen Allmacht zweifeln. Gegenüber idea erklärte Müller, er wolle dafür werben, die Macht Gottes anders zu sehen: „Als eine Macht, die auf äußere Gewalt verzichtet, sondern auf die innere Kraft von Wort und Geist setzt.“ Der Theologe war in der Vergangenheit wiederholt durch Äußerungen in die Kritik geraten, mit denen er etwa die Bedeutung des Sterbens Christi als stellvertretendes Opfer ablehnte. Die evangelische Senderbeauftragte für Deutschlandradio und Deutsche Welle, Pfarrerin Petra Schulze (Berlin), sagte, auf Müllers Andachten habe es eine große und überwiegend positive Resonanz gegeben. Der Bonner Theologieprofessor Ulrich Eibach kritisierte, Müller habe „in eloquenter und suggestiver Weise nur seine eigene Meinung mitgeteilt, und zwar mit dem Anstrich, dass sie wissenschaftlich wie theologisch sehr gut begründet sei“. Davon könne aber keine Rede sein, so Eibach. Müller verwechsele „Allmacht mit ‚allmächtiger Verursachung alles Seienden‘ in der Natur“.

Die ausführliche Stellungnahme von Prof. Ulrich Eibach bieten wir hier zum Download.