19. Juni 2018

Christin in Pakistan droht die Todesstrafe

Quelle: idea.de

Rubina Bibi soll Opfer einer privaten Racheaktion sein.

Rubina Bibi soll Opfer einer privaten Racheaktion sein.

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangene des Monats Juni“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die pakistanische Christin Rubina Bibi benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen.
 

Sie war nach Angaben des Informationsdienstes Compass Direct Mitte März in der Stadt Alipur (Provinz Punjab) verhaftet worden. Eine Muslimin wirft der Christin vor, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Nach Angaben der gesamtpakistanischen Minderheitenallianz war es zwischen den beiden Frauen zu einem häuslichen Streit gekommen. Ein radikaler muslimischer Verwandter der Klägerin habe daraus eine religiöse Angelegenheit gemacht und eine Anzeige wegen Beleidigung des Propheten Mohammed gemäß dem Blasphemiegesetz eingereicht. Der Christin droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe bzw. lebenslängliche Haft. Sie soll in einem Gefängnis in Gujranwala (Provinz Punjab) eingesperrt sein. Die IGFM hält Bibi für unschuldig. Sie sei offenbar Opfer einer privaten Racheaktion. Die Organisation ruft dazu auf, in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Asif Ali Zardari um die sofortige Freilassung Bibis und die Abschaffung der Blasphemiegesetze zu bitten. Christen bilden mit einem Bevölkerungsanteil von drei Prozent eine kleine Minderheit unter den rund 160 Millionen Einwohnern Pakistans. Muslime stellen etwa 95 Prozent.