23. September 2018

Berlin: Freie Evangelische Schule in der Kritik

Quelle: idea.de

Die Jugendstadträtin Manuela Schmidt (Die Linke) brachte den Fall an die Öffentlichkeit. Foto: PR

Die Jugendstadträtin Manuela Schmidt (Die Linke) brachte den Fall an die Öffentlichkeit. Foto: PR

Berlin (idea) – Weil ein Lehrer mit drastischen Worten Schüler über Abtreibungen aufklärte, ist die Freie Evangelische Schule Berlin in die Kritik geraten. Wie jetzt bekannt wurde, hatte ein Vertretungslehrer der „Arche-Grundschule“ in Hellersdorf Anfang November an Fünftklässler Arbeitsblätter verteilt, in denen die Tötung eines Kindes im Mutterleib detailliert erläutert wird.
 

Sie beschreiben, wie der Körper zerstückelt wird, bevor ihn der Arzt aus dem Mutterleib absaugt. Das Material wurde der Jugendstadträtin Manuela Schmidt (Die Linke) zugespielt, die den Fall an die Öffentlichkeit brachte. Schulleiter René Schlüter distanzierte sich gegenüber idea von dem Verhalten des Lehrers. Sein Vorgehen entspreche nicht dem Lehrplan des Landes. Hätte die Schule früher davon erfahren, wäre er sofort entlassen worden, so Schlüter. Der Pädagoge befinde sich allerdings seit Ende des vergangenen Jahres nicht mehr an der Schule. Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung hatte die Aufklärungsmaterialien laut Medienberichten scharf kritisiert. „Die Schule muss in Zukunft noch genauer hinsehen“, so die Forderung.

KALEB: Wer die Wahrheit publik macht, erntet Entsetzen

Die Lebensschutzinitiative KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren) mit Sitz in Berlin nannte die Skandalisierung des Falls „heuchlerisch“, wenn man bedenke, „was (nicht nur) die Berliner Bildungspolitik den Kindern in diesem Alter im Bereich der Sexualpädagogik zumutet“. KALEB-Geschäftsführer Gerhard Steier: „Wer die Wahrheit publik macht, erntet Entsetzen – und das könnte sogar heilsam sein, weil Abtreibung ein entsetzliches Geschehen ist. Aber dies präventiv auszusprechen ist politisch nicht opportun. Also zeigt man sich entsetzt über das ,Material’, damit man an die Wirklichkeit nicht ran muss.“ Die Arche-Grundschule, die von 82 Schülern besucht wird, arbeitet mit dem christlichen Kinderhilfswerk „Die Arche“ zusammen.