13. Dezember 2017

Allianztag: Mission in Deutschland unverzichtbar

Quelle: idea.de

Bad Blankenburg (idea) – Mission in Deutschland ist unverzichtbar. Das sagte die Beauftragte der württembergischen Landeskirche für das Projekt „Wachsende Kirche“, Maike Sachs (St. Johann bei Reutlingen), am 25. September beim Allianztag der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Bad Blankenburg.
 

30 Millionen Bundesbürger gehörten keiner Kirche an. Und von den 50 Millionen Menschen, die laut Lohnsteuerkarte zu einer der beiden großen Kirchen gehören, lebten viele in großer Distanz zum christlichen Glauben. Wie Sachs vor den rund 80 Teilnehmern betonte, geht es bei Mission nicht darum, die Mitgliederstatistik der Kirchen aufzubessern, sondern darum, Gottes Liebe zu leben und weiterzugeben. Sie ermutigte dazu, Kontakte zu Nichtchristen zu pflegen und auf Außenstehende zuzugehen: „Grillen Sie mal mit Ihren Nachbarn anstatt immer nur mit dem Hauskreis!“ Auch diakonische Einrichtungen seien „wunderbare Kontaktmöglichkeiten“. Zugleich warnte die Pfarrerin vor vorschnellen Erwartungen an Missionsbemühungen: „Mission braucht einen langen Atem.“ Untersuchungen zufolge vergingen vom ersten Kontakt mit dem christlichen Glauben bis hin zu einem eigenständigen Bekenntnis durchschnittlich fünf bis sechs Jahre. Der Allianzvorsitzende Jürgen Werth (Wetzlar) äußerte sich dankbar, dass Mission „schon lange keine Einbahnstraße mehr ist“, sondern inzwischen auch Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland kämen, um zu missionieren – etwa aus Indien oder afrikanischen Ländern.

Micha-Initiative: Aller drei Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren

Der Leiter des Weigle-Hauses in Essen, Jugendpfarrer Rolf Zwick, rief dazu auf, gastfrei zu sein und Gemeinderäume für die „Mühseligen und Beladenen“ zu öffnen. Schon mehrfach hätten ihm Gemeinden auf die Anfrage, ob er in deren Räumen eine Jugendfreizeit veranstalten dürfe, abgesagt mit der Begründung, dass danach nur wieder geputzt werden müsse. „Mit einer solchen Einstellung erreichen wir keine Außenstehenden“, so Zwick. Gleichzeitig forderte der Pfarrer, der auch in der Micha-Initiative engagiert ist, Christen auf, mehr gegen die weltweite Armut zu tun. Dass mehr als eine Milliarde Menschen von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen oder dass aller drei Sekunden ein Kind unter fünf Jahren stirbt, dürfe Christen nicht kalt lassen. Die 2004 gegründete und nach dem alttestamentlichen Propheten benannte Micha-Initiative innerhalb der Weltweiten Evangelischen Allianz will Christen ermutigen, sich in ihren Gemeinden und bei Politikern für die Verwirklichung der entwicklungspolitischen Millenniums-Ziele der Vereinten Nationen einzusetzen. Im Jahr 2000 hatten sich Staats- und Regierungschefs aus 191 Ländern u.a. zur Halbierung der extremen Armut und zur 75-prozentigen Verringerung der Kindersterblichkeit bis 2015 verpflichtet.

Gnadauer Präses: Geistliches und soziales Engagement gehören zusammen

Der Präses des Gnadauer Evangelischen Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener (Kassel), sagte, für Christen sollten geistliches und soziales Engagement zusammengehören: „Wenn wir uns für Suppe und Seife einsetzen, dürfen wir das Seelenheil nicht weglassen und umgekehrt.“ Der Allianztag stand unter dem Thema „Suppe, Seife, Seelenheil – Kein Zweifel: Mission geschieht in Wort und Tat“. Die Deutsche Evangelische Allianz ist ein Netzwerk von ca. 1.100 örtlichen Allianzen und ca. 350 überregional arbeitenden Werken und Verbänden.