20. September 2018

Zehntausende Asylsuchende bereits in anderen Ländern registriert

Quelle: jungefreiheit.de

Screenshot www.bundestag.de/parlament/fraktionen/fdp

BERLIN. Die deutschen Innenbehörden haben seit Januar dieses Jahres 73.708 Asylsuchende verzeichnet, die schon in einem anderen EU-Land registriert sind. Über 60.000 der Einwanderer stünden auch im europäischen Asylregister Eurodac unter der Kategorie I, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Bezug auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion.

Einwanderer der Kategorie I haben bereits Asyl in einem anderen EU-Staat beantragt. Über 12.000 Personen fallen unter die Eurodac-Kategorie II. Sie wurden also bereits in anderen EU-Staaten erfaßt, haben aber dort keinen Asylantrag gestellt.

Nur 143 Grenzübertritte von Österreich her

Mehr als 25.000 Migranten der Kategorie-I seien in Italien, Griechenland oder Spanien registriert. Mit den beiden letztgenannten Ländern besteht bereits ein Abkommen zur schnellen Rücknahme von Asylbewerbern, die dort schon einen Asylantrag gestellt haben. Diese Migranten können laut den Vereinbarungen innerhalb von 48 Stunden zurückgeschickt werden. Mit Italien wird über ein solches Abkommen verhandelt.

Nur 143 Einwanderer, die unter die Kategorie I fallen, seien beim Übertritt der österreichisch-deutschen Grenze im Zeitraum vom 23. Juni bis 12. August aufgegriffen worden.

Wegen der großen Differenz kritisierte die FDP-Fraktion die Abkommen. Sie seien „nicht wirkungsgleich mit der Zurückweisung an deutschen Grenzen“, sagte die Obfrau der FDP im Innenausschuß, Linda Teuteberg. „Damit sie wirksam werden, muß nachverhandelt werden. Wenn das nicht gelingt, führt an der Zurückweisung von Migranten, die in einem anderen EU-Staat Asyl beantragt haben oder dort registriert sind, kein Weg vorbei.“ (mp)