16. August 2018

Weitere Tafel beschließt Aufnahmestopp für Ausländer

Quelle: jungefreiheit.de

Internetseite der Marler Tafel, Screenshot marler-tafel.de

MARL. Die Tafel im nordrhein-westfälischen Marl hat beschlossen, neue Kundenkarten vorerst nicht mehr an alleinstehende Ausländer auszugeben. Das bestätigte die Vorsitzende Renate Kampe am Donnerstag dem WDR. Sie hätte sich durch die Vorgehensweise der Essener Tafel ermutigt gefühlt.

Von den 2.000 Kunden der Marler Tafel seien 80 Prozent Ausländer. Ähnlich wie in Essen hätten viele Asylbewerber keinen Respekt vor anderen Bedürftigen und den Mitarbeitern gezeigt, speziell den weiblichen, heißt es in dem Bericht. Allerdings wolle die Tafel nicht alle Ausländer ausschließen. Familien mit Kindern aller Nationalitäten würden weiterhin aufgenommen werden.

„Wir sortieren zur Zeit, weil wir weder personell noch was unseren Warenbestand angeht, mit dem Ansturm zurechtkommen. Es sind einfach zu viele Menschen, die zu uns kommen“, erläuterte Kampe gegenüber der WAZ. Der große Ansturm auf die Tafel im Ruhrgebiet habe vor rund eineinhalb Jahren begonnen. Seither würden die Mitarbeiter an ihre Grenzen stoßen.

Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche als Neukunden an

Seit Tagen wird deutschlandweit über die Entscheidung der Essener Tafel diskutiert, nur noch Deutsche als Neukunden aufzunehmen. Da Asylbewerber und Zuwanderer zwischenzeitlich 75 Prozent der Besucher ausmachten, habe sich der Verein zu diesem Schritt entschlossen, hatte der Essener Tafel-Chef Jörg Sartor die Maßnahme begründet.

„Wir wollen, daß auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt.“ In den vergangenen zwei Jahren seien die älteren Tafel-Nutzerinnen und alleinerziehenden Mütter einem schleichenden Verdrängungsprozeß zum Opfer gefallen. (ha)