18. September 2018

Der Bremer Predigtstreit erhitzt weiter die Gemüter

Quelle: idea.de

Kanzel der St. Martini Kirche Bremen. Foto: st-martini.net

Kanzel der St. Martini Kirche Bremen. Foto: st-martini.net

Bremen/Hilchenbach (idea) – Wohl noch nie hat eine Predigt für solche Aufmerksamkeit in den Medien, aber auch für so massive Proteste gesorgt. Über 110.000 Mal wurde die Ansprache des Bremer Pastors Olaf Latzel bisher aus dem Internet heruntergeladen.

Er hatte sich am 18. Januar in der St. Martini-Kirche entschieden gegen Religionsvermischung und das gemeinsame Gebet von Christen und Muslimen gewandt: „Das ist Sünde, und das darf nicht sein. Davon müssen wir uns reinigen.“ Zur Frage, ob Christen mitmachen müssten, wenn Muslime sie einladen „zu ihrem Zuckerfest und all diesem Blödsinn“, sagte Latzel: „Nein, da müssen wir ganz sauber bleiben.“ Er mahnte Christen auch, keine Buddha-Statuen in ihren Häusern aufzustellen: „Das ist Götzendienst.“ Ferner kritisierte er die katholische Reliquienverehrung.

Zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und Medien verurteilten seine Predigt. Daraufhin entschuldigte sich Latzel für einzelne Äußerungen, die Anhänger anderer Religionen oder Konfessionen als Beleidigung auffassen konnten. Die Staatsanwaltschaft Bremen prüft nach wie vor, ob sie Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung einleitet. Die Partei „Die Linke“ hat einen Antrag in die Bremische Bürgerschaft unter der Überschrift „Bremen ist bunt – gegen Hasspredigten und Diskriminierung von der Kanzel“ eingebracht. Darüber wird voraussichtlich am 18. Februar abgestimmt. Der Entschließung zufolge soll sich das Parlament [Weiterlesen]