18. September 2018

Nordkoreas Führung für Gräueltaten zur Verantwortung ziehen

Quelle: idea.de

Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach. Foto: facebook

Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach. Foto: facebook

Berlin/Frankfurt am Main (idea) – Für schwerste Menschenrechtsverletzungen muss die nordkoreanische Führung unter Präsident Kim Jong Un vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (Niederlande) zur Rechenschaft gezogen werden.

Das fordert die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (Berlin). Sie stützt sich auf eine UN-Dokumentation, die am 17. März dem Menschenrechtsrat in Genf vorgelegt wurde. Steinbach: „Der Bericht belegt erneut systematische Menschenrechtsverletzungen von Seiten des Staates in einer Schwere, einem Ausmaß und einer Art, die in der heutigen Welt keinen Vergleich kennt.“

Grundlage des 372 Seiten umfassenden Dokuments sind Aussagen von mehr als 80 Nordkoreanern, denen die Flucht gelungen ist. Zu den Opfern des Regimes zählen dem Bericht zufolge politische Gefangene, Christen und andere gläubige Menschen sowie Bürger, die nicht treu zu dem kommunistischen Regime stehen. Als Verbrechen des staatlichen Systems werden unter anderem Mord, Versklavung, Folter, Haft, Vergewaltigung, erzwungene Abtreibungen, Zwangsumsiedlungen sowie das Aushungern und die Ausrottung ganzer Bevölkerungsgruppen genannt.

Die UN-Kommission wirft der Regierung in Pjöngjang vor, in vier großen Lagern bis zu 120.000 politische Gefangene zu internieren. Darunter sollen mindestens 30.000 Christen sein. Sie gelten als Staatsfeinde, weil sie Gott anbeten und nicht die Herrscher-Dynastie von Kim Jong Un, seinem Vater Kim Jong Il (1941-2011) und seinem Großvater Kim Il Sung (1912-1994). Gleichwohl versammeln sich schätzungsweise 100.000 Christen in Untergrundgemeinden. Staatlichen Angaben zufolge sind von den 24 Millionen Einwohnern etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. [Weiterlesen]