15. August 2018

Aggressiver Atheist: Christopher Hitchens gestorben

Quelle: idea.de

Der krebskranke Publizist Christopher Hitchens lehnte Gebete für seine Bekehrung ab. Foto: Wikipedia/Andrew Rusk

Der krebskranke Publizist Christopher Hitchens lehnte Gebete für seine Bekehrung ab. Foto: Wikipedia/Andrew Rusk

Houston (idea) – Der atheistische Publizist Christopher Hitchens (Washington) ist am 15. Dezember in einem Krankenhaus in Houston (US-Bundesstaat Texas) gestorben. Er wurde 62 Jahre alt. Seit eineinhalb Jahren litt der gebürtige Engländer an Speiseröhrenkrebs im fortgeschrittenen Stadium.

Hitchens – Autor des Bestsellers „Der Herr ist kein Hirte – Wie Religion die Welt vergiftet“ – zählte zu den bekanntesten und aggressivsten Gottesleugnern. Er hinterlässt seine zweite Frau, die Schriftstellerin Carol Blue, und seine Kinder Alexander, Sophia und Antonia. Im Zusammenhang mit seiner schweren Erkrankung hatten Christen im Internet bekanntgegeben, dass sie für ihn beten. Dagegen hatte Hitchens nichts einzuwenden – solange sie nur seine gesundheitliche Genesung im Sinn hätten. Auf seine Bekehrung sollten sie nicht hoffen: Solange er bei Sinnen sei, werde er sich nicht Gott zuwenden.

„Versuchskaninchen“ für Krebsforschung

Nicht nur Gebete, sondern auch medizinische Hilfe hatte der Genomforscher Francis Collins versprochen. Mit dem früheren Atheisten, der später das Buch „Gott und die Gene. Ein Naturwissenschaftler begründet seinen Glauben“, schrieb, hatte sich Hitchens heftige Debatten über den Glauben geliefert; trotzdem wurden sie Freunde. Der Direktor des Nationalen Gesundheitsinstituts der USA leitete von 1993 ein Projekt zur vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Erbguts. Collins arbeitet an einer neuen Methode zur Krebsbehandlung, die beschädigte DNS gezielt in Angriff nimmt. Wie Hitchens der britischen Tageszeitung „Telegraph“ mitteilte, habe er sich als „Versuchskaninchen“ zur Verfügung gestellt.

Freude über jüdische Abstammung

Der Lebensweg des 1949 in Portsmouth (Südengland) geborenen Journalisten war gespickt mit Widersprüchen. So freute sich der Atheist, als er entdeckte, dass er aufgrund der Abstammung seiner Mutter Jude sei. Hitchens: „Die Juden sind die nach-religiösesten Menschen der Welt. Das ist gut, denn wir sind der Welt noch etwas schuldig dafür, dass wir ihr das Gift des Monotheismus gebracht haben.“ Seine politischen Ansichten bewegten sich von weit links bis rechts: Der frühere Trotzkist wurde zu einem Unterstützer von US-Präsident George W. Bush und dem Irak-Krieg. Auslöser für seinen Sinneswandel waren die von islamischen Extremisten verübten Terroranschläge vom 11. September 2001.