25. September 2018

Kein Gemeindewachstum in Deutschland

Quelle: idea.de

Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, ermunterte Gemeinden nicht zu resignieren. Foto: idea/kairospress

Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, ermunterte Gemeinden nicht zu resignieren. Foto: idea/kairospress

Gießen (idea) – Die christlichen Gemeinden in Deutschland erleben kein Wachstum. Das erklärte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), beim Besuch der Freien Theologischen Hochschule Gießen am 16. Oktober.

„Die Gemeinden gehen eher zurück, bestenfalls stagnieren sie“, stellte er fest. Wo es mancherorts Wachstum gebe, handele es sich um „Transferwachstum der einen zu Lasten der anderen Gemeinden“. Den 50 Absolventen der Hochschule riet Steeb, Hauptredner des Festakts, sich nicht von der hiesigen Situation in ihrer künftigen Arbeit bestimmen zu lassen. Denn weltweit wachse die Zahl der Christen, vor allem in Afrika, Asien und Südamerika: „Es gibt also keinen Grund zur Resignation. Warum sollte der lebendige Gott durch seinen Heiligen Geist nicht auch bei uns für eine neue Erweckung sorgen können?“ Die christlichen Gemeinden könnten auch in Deutschland wieder mehr Zulauf bekommen, wenn sie Gott stärker in den Blick nähmen: „Es geht um Gott, den Schöpfer des ganzen Universums, den Erfinder, Konstrukteur, Planer, Erhalten und Vollender – auch unseres ganz persönlichen Lebens. Er gehört in die Mitte unseres Seins.“ Außerdem empfahl Steeb den Hochschulabgängern, die tägliche Arbeit als „Dienst für Gott“ zu betrachten. Jeder sei ein wichtiger Mitarbeiter im Reich Gottes. Dabei sei Gott nicht auf menschliche Hilfe angewiesen: „Er braucht uns nicht, aber er möchte uns gerne dabei haben.“ Steeb machte Lust auf Gemeindearbeit: Sie sei eine „Baustelle, an der der lebendige Gott Großes schaffen will“. Man solle eine Gemeinde deshalb nicht nach dem Aspekt des Wohlfühlens aussuchen. Man dürfe auch in schwierigen Situationen nicht am Auftrag Gottes zweifeln.

Akademisches Erntedankfest

Hochschulrektor Prof. Helge Stadelmann bezeichnete die Feier als „akademisch-gottesdienstliches Erntedankfest“. Die Veranstaltung sei in diesem Jahr etwas Besonderes, weil zum letzten Mal die Absolventen des vierjährigen Ausbildungsprogramms und gleichzeitig zum ersten Mal die Absolventen des dreijährigen Bachelor-Programms verabschiedet würden. 2008 war die damalige Akademie als Hochschule staatlich anerkannt worden. Von den 50 Absolventen erhielten 32 einen „Master of Arts“, der in Zusammenarbeit mit der englischen Universität von Cloucestershire vergeben wird, 15 den deutschen Hochschulgrad „Bachelor of Arts in Theologie“ und drei beendeten ihre Ausbildung ohne akademischen Grad. Im neuen Semester begannen 45 Studierende ihr Studium an der FTH. Insgesamt sind dort 135 Studenten eingeschrieben.