20. August 2018

Theologisch konservative Protestanten kritisieren „Papstschelte“

Quelle: idea.de

Der Vorsitzende der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß.

Der Vorsitzende der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß.

Berlin/Hamburg (idea) – Theologisch konservative Protestanten haben die „Papstschelte“ im Vorfeld des am 22. September beginnenden Deutschlandbesuchs scharf kritisiert. Mit einer „nie dagewesenen Hetze und Gehässigkeit“ hätten Medien und Teile der Politik Benedikt XVI. in die Nähe eines Diktators und Menschenrechtsverletzers gerückt, sagte der Vorsitzende der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), am 21. September gegenüber idea.

Die Angriffe richteten sich nicht nur gegen die römisch-katholische Kirche, sondern gegen „alle Christen, die ihren Glauben wider den Hauptstrom des Zeitgeistes klar bekennen“. Rüß kritisiert auch die rund 100 Bundestagsabgeordneten von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Partei „Die Linke“, die der Rede des Papst am 22. September im Deutschen Bundestag aus Protest fernbleiben wollen. Dies sei „schlechter demokratischer Stil und peinlich“, da der Papst mit Zustimmung aller Fraktionen zu der Rede eingeladen worden sei. Selbsternannte „Gralshüter der Toleranz“ entlarvten sich in ihrer „puren Kirchenfeindlichkeit und Intoleranz“.

Bemühungen des Papstes werden „leider oft verkannt“

Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften richtete eine Grußbotschaft an das katholische Kirchenoberhaupt. Darin heißt es: „Es ist für uns eine große Freude und Ehre, dass Sie das Land der Reformation besuchen und diesen Besuch nicht nur zur Stärkung der Gläubigen Ihrer Kirche nutzen wollen, sondern auch dazu, die geistlichen Beziehungen zu den Christen anderer Kirchen zu pflegen und zu vertiefen. Die Bekennenden Gemeinschaften begrüßten die „leider oft verkannten Bemühungen“ des Papstes „um eine nachhaltige und volle Einheit aller, die an den dreieinigen Gott und an Jesus Christus als Herrn und Erlöser glauben“. Besonders die beiden Jesusbücher von Benedikt XVI. hätten „einen tiefen und überaus positiven Eindruck auch bei vielen Christen hinterlassen“, die der katholischen Kirche nicht angehören.

Worin sich Bekennende Christen und der Papst einig

Viele bekennende Christen unterschiedlichster Kirchen und Konfessionen unterstützten auch den engagierten Einsatz des Papstes für eine Neuevangelisierung Europas, den Schutz von Ehe und Familie und das unantastbare Lebensrecht aller Menschen. Abschließend heißt es: „Wir wünschen Ihnen von Herzen einen reich gesegneten, frohen und bewahrten Aufenthalt in Deutschland. Mögen durch Ihren Dienst der Verkündigung und Lehre hier und anderswo noch viele Menschen gesegnet, im Glauben gestärkt und zum Glauben geführt werden!“ Unterzeichner der Grußbotschaft sind neben dem Vorsitzenden der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaft, Pastor Rüß, dessen Stellvertreter Andreas Späth (Bad Windsbach/Mittelfranken), der Ehrenvorsitzende Prof. Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Reutlingen) und der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Konferenz, der Pfarrer und Dozent Werner Neuer (Bettingen bei Basel). In dem Zusammenschluss engagieren sich evangelische Christen in Zusammenarbeit mit katholischen und orthodoxen Kräften für eine „christozentrisch-trinitarische Bekenntnis-Ökumene“.