21. Juli 2018

Homosexualität für sächsischen Landesbischof kein Ordinationshindernis

Foto: wikipedia

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(TS) Wie aus einem Beitrag des Blogs „Irrglaube und Wahrheit“ hervorgeht, ist für den Bischof der Sächsischen Landeskirche, Jochen Bohl, „Homosexualität in den reformatorischen Kirchen kein Ordinationshindernis“. Diese Position vertrat Bohl auf Anfrage gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Bereits zum letzten Pfarrertag der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens am 1. September in Chemnitz bekannte Bohl, dass seit jeher homosexuelle Pfarrer in der Landeskirche Dienst tun würden.

In der Diskussion um Homosexualität rief Bohl zur „Mäßigung“ auf. Er sei dankbar für die von homosexuellen Pfarrern in die Kirche eingebrachten persönlichen und geistlichen Gaben.

Das im November 2010 verabschiedete gemeinsame Pfarrdienstrecht der EKD sieht der klerikale Leiter der sächsischen Landeskirche als „notwendigen und erträglichen Kompromiss“. Wann sich die Sächsische Landessynode mit dem Paragraphen 39 im neuen Pfarrdienstrecht der EKD auseinandersetzen wird und in welcher Weise die Delegierten aus den Kirchenbezirken in die Vorbereitung der Ratifizierung des Kirchengesetzes eingebunden werden, ist völlig offen.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass die Pfarrstelle für die Gemeinden Börln-Meltewitz und Kühnitzsch (bei Wurzen) mit einem homosexuellen Pfarrer besetzt sei. Nach Aussagen des Landesbischofs sei der Pfarrer „in Kenntnis seiner Prägung“ ordiniert und abgeordnet worden. Bohl sei sicher, „dass Bruder Rost seinen Kirchgemeinden ein guter Seelsorger und Prediger des Evangeliums sein wird.“

Als Bohl 2004 für das Bischofsamt kandidierte, positionierte er sich noch dazu, dass er in Fragen homosexueller Partnerschaften alles „beim Alten“ lassen wolle. Nunmehr wird in verschiedenen Kirchgemeinden Sachsens diskutiert, ob Bohl mit seiner nunmehr positiven Haltung zu einer in der Heiligen Schrift als „Gräuel“, „Unzucht“ und „Verirrung“ bezeichneten Lebensweise Wortbruch begangen hat.