20. Juli 2018

China: Hauskirchen-Leiter zu Arbeitslager verurteilt

Quelle: idea.de

Pastor Shi Enhao ist „Gefangener des Monats September“.

Pastor Shi Enhao ist „Gefangener des Monats September“.

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Zum „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den chinesischen Pastor Shi Enhao benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen. Der 55-jährige stellvertretende Leiter der Hauskirchen-Allianz in der Volksrepublik China wurde Mitte Juli zu zwei Jahren „Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt. Er war am 31. Mai in Suqian (Provinz Jiangsu) im Osten des Landes verhaftet worden. Die Behörden werfen ihm das „Organisieren illegaler Treffen und Versammlungsorte für religiöse Treffen“ vor. Der Pastor leitet eine Hausgemeindebewegung im Umland von Peking.

Die Polizei hat Spendengelder der Gemeinde von Shi beschlagnahmt und ihr Gottesdienste untersagt. IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao auf die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit hinzuweisen und um die umgehende Freilassung des Pastors zu bitten. Die Zahl der Christen in China wird auf bis zu 130 Millionen geschätzt. Zum Vergleich: Die Kommunistische Partei hat etwa 80 Millionen Mitglieder. Die meisten Christen versammeln sich in staatlich nicht anerkannten Hausgemeinden, um der Kontrolle des Regimes zu entgehen. Sie werden bisweilen von örtlichen Behörden drangsaliert. Der staatlich anerkannte Chinesische Christenrat und die Patriotische Drei-Selbst-Bewegung repräsentieren etwa 18 Millionen Protestanten. Von den etwa 20 Millionen Katholiken gehören rund sechs Millionen zu regimetreuen Patriotischen Katholischen Kirche.