20. September 2018

„Seht her, die kirchliche Heimatfront steht!“

Quelle: idea.de

Nordelbischer Pastor wirft Bischof Gerhard Ulrich (Bild) Kriegsunterstützung vor. Foto: NEK

Nordelbischer Pastor wirft Bischof Gerhard Ulrich (Bild) Kriegsunterstützung vor. Foto: NEK

Hamburg (idea) – Schwere Vorwürfe gegen die Haltung der Nordelbischen Kirche zum Militäreinsatz in Afghanistan erhebt der Hamburger Ruhestandspastor Christian Arndt.
 

Unter dem Titel „Nicht in meinem Namen“ richtet er einen Offenen Brief an Kirchenleitung, Synode und alle Mitglieder der Nordelbischen Kirche. Der 67-Jährige wirft insbesondere dem Vorsitzenden der Kirchenleitung, Bischof Gerhard Ulrich (Schleswig), vor, einen „Angriffskrieg“ zu sanktionieren. Arndt bezieht sich auf Ulrichs Äußerungen beim „Forum Nordelbien“ am 3. Mai in Kiel. Dort hatte der Bischof den Einsatz militärischer Gewalt in Afghanistan als ethisch legitim bezeichnet. Damit habe Ulrich ein „unmissverständliches Signal“ an Bundesregierung, Bundeswehrführung und die Militärseelsorge gegeben: „Seht her, die kirchliche Heimatfront steht!“ Und das, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung den Militäreinsatz ablehne. Arndt verurteilt den Afghanistaneinsatz als „Völkerrechtsverbrechen“, da er nicht durch ein UN-Mandat legitimiert sei. Eine Unterstützung von Völkerrechtsbruch, Kriegsverbrechen und Verletzung der Menschenrechte sei nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar. Arndt war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2003 19 Jahre lang Pastor der Hamburger Friedenskirche. Nach 19 Jahren schied er jedoch im Unfrieden: Die Gemeindeleitung bezeichnete die Zusammenarbeit als ungedeihlich; Arndt fühlte sich gemobbt. 1996 machte er Schlagzeilen, als er bei der Entführung des Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma das Lösegeld von 30 Millionen Mark überbrachte.