16. August 2018

Pakistan: Größte Überschwemmungen der Geschichte

Quelle: idea.de

Rund 14 Millionen Menschen in Not – Christliche Hilfswerke im Einsatz. Foto: Heilsarmee

Rund 14 Millionen Menschen in Not – Christliche Hilfswerke im Einsatz. Foto: Heilsarmee

Peschawar (idea) – Von den größten Überschwemmungen der Geschichte Pakistans sind nach UN-Schätzungen 14 Millionen Menschen betroffen. Etwa 2.000 Todesopfer hat die Naturkatastrophe bis jetzt gefordert. Christliche Hilfswerke berichten von ungeheurer Not der ohnehin armen Menschen, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben und unter Hunger und Krankheiten leiden.
 

Die Organisation Shelter Now (Zuflucht jetzt), die seit 27 Jahren in dem Land tätig ist, konzentriert ihre Hilfe auf die Dörfer um Nowshera, Charsadda und Swat. Dort werden täglich rund 2.000 gekochte Mahlzeiten verteilt, berichtet der Direktor des deutschen Shelter-Zweigs, Udo Stolte (Braunschweig), der sich in dem Katastrophengebiet aufhält. Sobald die Menschen ihre Häuser wieder bewohnbar machen könnten, würden sie noch mindestens einen Monat lang mit Trockennahrung versorgt. Danach wolle man mit ihnen über die Hilfen bei Wiederaufbau beraten.

Ärzteteam: 100 Patienten pro Tag

Das ehrenamtliche Ärzteteam des christlichen Hilfswerks humedica (Kaufbeuren) behandelt in einer Schule in der Region Charsadda täglich rund 100 Patienten. Die meisten leiden an Durchfall, infizierten Wunden und anderen Entzündungen, so der Katastrophenmediziner Prof. Bernd Domres (Tübingen), der das Team leitet. Das christlich-humanitäre Hilfswerk World Vision hat in derselben Region bereits rund 14.000 Menschen mit Trinkwasser und Nahrung versorgt. In den kommenden Monaten sollen etwa 150.000 Betroffene Hilfe bekommen. Auch ein Team des Missionswerks Operation Mobilisation (OM) ist in den Überschwemmungsgebieten aktiv. Ziel sei es, rund 1.000 Familien mit Soforthilfepaketen zu versorgen und später 200 Familien beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu helfen.

Muslime nehmen hohe Preise für Nahrungsmittel

Einer OM-Pressemitteilung zufolge nehmen Muslime gerne Lebensmittel von Christen an. Wie die Betroffenen berichteten, verkauften Muslime Nahrungsmittel teilweise zu sehr hohen Preisen. Die Heilsarmee, die seit 125 Jahren in Pakistan nach ihrem Motto „Suppe, Seife, Seelenheil“ arbeitet, bringt den Notleidenden ebenfalls Hilfe. Die sozial und evangelistisch wirkende Freikirche hat dort rund 70.000 Mitglieder in 133 Gemeinden. Außerdem unterhält sie sieben Sozialeinrichtungen und drei Entwicklungsprojekte. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen. Von den Christen sind etwa zwei Millionen Protestanten, davon etwa 700.000 Evangelikale, eine Million Katholiken und 600.000 Mitglieder orthodoxer oder unabhängiger Kirchen.