22. September 2018

Norddeutschland: Jedes vierte Kind geht hungrig zur Schule

Quelle: idea.de

Alleinerziehenden fehlt häufig die Zeit für gemeinsames Frühstück. Foto: Michael Zapf/Techniker Krankenkasse

Alleinerziehenden fehlt häufig die Zeit für gemeinsames Frühstück. Foto: Michael Zapf/Techniker Krankenkasse

Hannover (idea) – Jedes vierte Schulkind in Norddeutschland isst morgens nichts zum Frühstück. Der Anteil der Kinder von Alleinerziehenden in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein ist dabei besonders groß.
 

55 Prozent der alleinerziehenden Mütter und Väter können nach eigenen Angaben aus Zeitgründen nicht in Ruhe mit dem Kind frühstücken. 91 Prozent geben ihm kein selbst geschmiertes Pausenbrot mit. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Niedersachsen mit und beruft sich auf eine Umfrage des Forsa-Instituts. „Kinder sind nur dann richtig fit für die Schule, wenn sie morgens in Ruhe frühstücken“, erklärte dazu Alexandra Krotz, Ernährungswissenschaftlerin bei der TK. Die Jungen und Mädchen seien leistungsfähiger und könnten sich besser konzentrieren. Die Krankenkasse wünscht sich mehr soziale Unterstützung für Alleinerziehende. Flexible Kinderbetreuungen, etwa familienorientierte Öffnungen von Kitas oder Nachbarschaftsnetzwerke, seien von zentraler Bedeutung, um Familie und Erwerbstätigkeit vereinbaren zu können, so Sabine Voermans, Leiterin der TK in Niedersachsen. Die Kirchen engagieren sich vielfach, um Schulkindern ein Frühstück oder Mittagessen zu ermöglichen. So ruft die Aktion „Zukunftsgestalten“ der hannoverschen Landeskirche auch zu Spenden auf, um bedürftigen Kindern ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Mit 30 Euro pro Monat könne man dafür sorgen, dass ein Kind an jedem Schultag ein warmes und gesundes Mittagessen bekomme. In Bremen bietet unter anderem die evangelische Matthäus-Gemeinde in ihrem Zentrum „Zuhause für Kinder“ auch Essen an. Im Stadtteil Huchting ist jedes dritte Kind von Armut bedroht.