22. September 2018

Keine „flotten Sprüche religiöser Gleichmacherei“

Quelle: idea.de

Der oldenburgische Landesbischof Jan Janssen nahm an einem muslimisch-evangelischem Festmahl zum Ramadan teil.

Der oldenburgische Landesbischof Jan Janssen nahm an einem muslimisch-evangelischem Festmahl zum Ramadan teil.

Delmenhorst (idea) – Für ehrliche nachbarschaftliche Beziehungen von Muslimen und Christen hat sich der oldenburgische Landesbischof Jan Janssen ausgesprochen. Er würdigte das vielerorts gute Miteinander beim ersten muslimisch-evangelischen Festmahl zum Auftakt des islamischen Fastenmonats Ramadan in Delmenhorst.
 

Tagsüber verzichten Muslime in den 30 Tagen unter anderem auf Essen und Trinken und konzentrieren sich auf den Koran. Nach Sonnenuntergang wird das Fasten mit einem besonderen Essen gebrochen. Zu dem Iftar-Mahl am Abend des 11. August hatten die Delmenhorster Mevlana-Moschee-Gemeinde und die evangelische Kirchengemeinde „Zu den zwölf Aposteln“ eingeladen. In einem Grußwort vor mehr als 200 Gästen aus Politik und Religion sagte Janssen, im Dialog zwischen den Religionen hülfen pauschale Urteile aus der Ferne ebenso wenig weiter wie „flotte Sprüche religiöser Gleichmacherei“. Die Mevlana-Moschee und die Aposteln-Kirchengemeinde pflegen seit Jahren Begegnungen und Austausch. Das muslimische Mahl zum Fastenbrechen hat bereits mehrfach im evangelischen Gemeindehaus stattgefunden. An der jetzigen Zusammenkunft in einem Festzelt neben der Moschee nahmen unter anderem die niedersächsische Landwirtschaftministerin Astrid Grotelüschen (CDU), die Vorsitzenden der fünf im Landtag vertretenen Parteien und der Delmenhorster Oberbürgermeister Patrick de La Lanne (SPD) teil. Die türkischstämmige Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) hatte kurzfristig abgesagt. Schirmherrin war die Delmenhorster CDU-Landtagsabgeordnete Swantje Hartmann.