21. September 2018

Frankreich: Wirbel um anti-islamisches Straßenfest

Quelle: jungefreiheit.de

Fleischplatte mit Wurst und Schweineschnitzel: Provokation für Moslems? Foto: Pixelio/Bettina Stolze

Fleischplatte mit Wurst und Schweineschnitzel: Provokation für Moslems? Foto: Pixelio/Bettina Stolze

PARIS. Der Aufruf zu einem Schweinefleisch-Fest hat für Streit in der französischen Politik gesorgt. Ein Lokalpolitiker der regierenden Zentrumspartei hatte auf dem Internet-Portal Facebook zu einem öffentlichen Treffen in Orléans eingeladen. Dazu wurden nach einem Bericht der Libération viel Schweinefleisch und Alkohol angekündigt, „um sicher zu sein, daß wir unter Freunden bleiben“. Beides ist im Islam verboten.
 

Die Opposition zeigte sich empört und nannte den Aufruf eine logische Folge der Rechtswende von Präsident Nicolas Sarkozy. „Wenn Sarkozy die Ideen der Front National imitiert, ist es kein Wunder, wenn manche Anhänger des rechten Lagers Methoden der Rechtsextremen kopieren“, empörte sich der Nationalsekretär der Sozialistischen Partei, Mehdi Ouraoui.

Straßenfest in Paris als Provokation verboten

Die Zentrumspartei hat sich inzwischen von dem Aufruf distanziert. Bereits im Juni kam es zum Eklat, als die Pariser Polizei einer Französin ein Straßenfest mit der Begründung untersagte, es könne von Moslems als Provokation aufgefasst werden.

Die Frau, die der außerparlamentarischen Vereinigung Bloc Identitaire nahesteht, wollte im von Einwanderern dominierten Viertel Goutte-d’Or mit dem Fest dagegen protestieren, daß der Islam traditionelle französische Wertvorstellungen verdränge. (FA)