18. Oktober 2018

Protestaktion gegen evangelische Akademie-Tagung

Quelle: idea.de

Israel-Freunde: Der Terrororganisation Hamas kein Forum bieten.

Israel-Freunde: Der Terrororganisation Hamas kein Forum bieten.

Bad Boll (idea) – Israel-Freunde wollen am 11. Juni im württembergischen Bad Boll gegen eine Nahost-Tagung der dortigen Evangelischen Akademie protestieren. Die Veranstaltung, die vom 11. bis 13. Juni stattfindet, trägt den Titel „Partner für den Frieden – Mit Hamas und Fatah reden“.
 

Dazu wurden Referenten palästinensischer Organisationen eingeladen, die den Staat Israel nicht anerkennen, darunter ein Vertreter der radikal-islamischen Hamas. Sie verneint in ihrer Satzung das Existenzrecht Israels und bekämpft den Staat mit Attentaten. Der Hamas-Vertreter erhält allerdings kein Visum für die Einreise nach Deutschland. 20 Kritiker der Tagung rufen Freunde Israels und Bürger auf, an einer Protestaktion im Zentrum des Kurorts teilzunehmen. Sie werfen der Akademie vor, der „Terrororganisation Hamas“ ein Forum zu bieten. „Wer Israel vernichten will, muss vor Gericht – nicht aufs Podium“, heißt es in dem Aufruf. Sprecherin der Gruppe ist die stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stuttgart und Mittlerer Neckar, Bärbel Illi (Ostfildern bei Stuttgart). Weiter heißt es: „Wer Frieden in Nahost will, muss sich dafür einsetzen, Terror und Antisemitismus zu bekämpfen, die iranische Atombombe zu stoppen und die iranischen Satelliten und Hisbollah hierzulande zu verbieten.“ An einem Informationsstand wollen die Kritiker der Tagung Material zur Geschichte und Politik Israels verteilen. Man erwarte mindestens 30 Teilnehmer, erklärte Frau Illi auf idea-Anfrage. Die Akademie befindet sich am westlichen Ortseingang von Bad Boll. Zur Frage, warum die Kritiker nicht dort demonstrieren, sagte Frau Illi, die Einrichtung befinde sich auf einem weitläufigen Privatgelände. Eine Protestaktion auf der „grünen Wiese“ sei nicht sinnvoll.

Kritiker: Tagung absagen

Mehrere kirchliche Gruppen hatten zuvor eine Streichung der Tagung gefordert, darunter der Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ in der württembergischen Landessynode und der Evangeliumsdienst für Israel. Die württembergische Landeskirche wies Kritik an der geplanten Tagung zurück. Weder die Akademie noch die Kirche hegten Sympathien mit Hamas oder anderen gewaltbereiten Organisationen. Die Tagung solle „über die Vorstellungen der beiden politischen Akteure Hamas und Fatah zu einem Frieden im Nahen Osten informieren“.