21. Juni 2018

Kriegsgefahr in Korea: Christen besonders in Gefahr

Quelle: idea.de

US-Hilfswerk: Im Norden wächst der Druck auf Untergrundchristen

US-Hilfswerk: Im Norden wächst der Druck auf Untergrundchristen

Grand Rapids (idea) – Erste Opfer der wachsenden Kriegsgefahr auf der koreanischen Halbinsel sind die Untergrundchristen im Norden.
 

Der ohnehin starke Druck des kommunistischen Regimes habe sich weiter verschärft, erklärte der Präsident des christlichen Hilfswerks Open Doors USA, Carl Moeller (Santa Ana/Kalifornien), gegenüber dem Informationsdienst Mission Network News (Grand Rapids/Bundesstaat Michigan). Wenn Nordkorea den „Wahnsinn“ begehen sollte, einen Krieg zu beginnen, gäbe es Millionen Opfer. Selbst Wirtschaftssanktionen hätten schwere Folgen für die unter Hunger und Armut leidenden Nordkoreaner. Christen lebten auf der untersten sozialen Stufe; sie hätten auch keine Fürsprecher im Land. Die Kontrollen an der Grenze zur Volksrepublik China seien verschärft worden; wer zu flüchten versuche, werde in Straflager eingeliefert. Die Untergrundverbindungen der Christen würden zunehmend staatlich infiltriert. Verhaftete Christen würden bisweilen nicht wie Menschen behandelt; es gebe Belege, dass einige als Versuchskaninchen für Tests mit biologischen und chemischen Waffen herhalten mussten. Was die Christen am nötigsten brauchten, sei Gebet. Die Spannungen in dem geteilten Land haben sich verschärft, seit das südkoreanische Kriegsschiff Cheonan am 26. März versenkt worden war. Dabei kamen 46 Marinesoldaten ums Leben. Einer internationalen Untersuchung zufolge wurde die Korvette von einem nordkoreanischen U-Boot beschossen. Nordkorea bestreitet jedoch jede Beteiligung an dem Vorfall. Es gilt als das Land mit der schlimmsten Christenverfolgung. Schon der Besitz einer Bibel wird laut Menschenrechtsorganisationen mit der Todesstrafe geahndet. Nach Angaben von Open Doors werden bis zu 70.000 Christen in über 30 Arbeits- und Straflagern gefangen gehalten. Von den 23,6 Millionen Einwohnern sind offiziellen Angaben zufolge etwa 12.000 Christen, die zu vier staatlich anerkannten Kirchengemeinden gehören. Mindestens 200.000 Christen versammeln sich im Untergrund.