21. Juni 2018

Kirche will Kinder besser vor Missbrauch schützen

Quelle: idea.de

Westfalen: Mitarbeiter sollen Selbstverpflichtung abgeben.

Westfalen: Mitarbeiter sollen Selbstverpflichtung abgeben.

Bielefeld (idea) – Die Evangelische Kirche von Westfalen zieht Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal in kirchlichen Einrichtungen. Um Kinder und Jugendliche vor sexueller und anderer Gewalt zu schützen, sollen alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit eine entsprechende Selbsterklärung abgeben, teilte die Landeskirche am 14. Juni in Bielefeld mit.
 

Den Beschluss hatte zuvor die Jugendkammer gefasst. In der Verpflichtung heißt es: „Wir achten die Persönlichkeit und Würde von Kindern, gehen verantwortlich mit ihnen um und respektieren individuelle Grenzen.“ Zudem versprechen die Mitarbeiter, alles zu tun, damit sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und andere Formen von Gewalt verhindert werden. Die Selbsterklärung sei ein kräftiger Anstoß, das Thema Kindesschutz überall offensiv aufzunehmen, so Landesjugendpfarrer Udo Bußmann. Sie solle insbesondere in den Schulungen für ehrenamtlich Tätige eingesetzt werden. Der Jugendkammer zufolge ist die Verpflichtung kein Ausdruck von Misstrauen gegenüber ehrenamtlichen Mitarbeitern. Vielmehr gehe es darum, einen Prozess der Verständigung und Auseinandersetzung in der Evangelischen Jugend anzustoßen. Die Jugendkammer ist das oberste beschlussfassende Gremium der Evangelischen Jugend von Westfalen. Zu den Mitgliedern gehören die Jugendarbeit der Kirchenkreise und Gemeinden sowie der CVJM, der Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC), die Evangelische SchülerInnen Arbeit und die Landesjugendvertretung. In den vergangenen zehn Jahren waren in der Landeskirche zwei Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt geworden. Die Täter seien jeweils verurteilt und von ihrem Dienst entbunden worden, hieß es auf idea-Anfrage. Zwei weitere Missbrauchsfälle hatten sich in den 60er bzw. 80er Jahren ereignet. Einer der mutmaßlichen Täter sei inzwischen verstorben, der andere Beschuldigte habe nach seinem Vikariat eine andere berufliche Laufbahn eingeschlagen, so die Landeskirche.