18. Juni 2018

Gebete und Rituale spielen bei der WM eine große Rolle

Quelle: idea.de

Die Elfenbeinküste hofft vergeblich auf ein Fußballwunder – Ghanaer beteten fürs Weiterkommen.

Die Elfenbeinküste hofft vergeblich auf ein Fußballwunder – Ghanaer beteten fürs Weiterkommen.

Pretoria (idea) – Gebete und Rituale spielen bei vielen WM-Spielern eine bedeutende Rolle. Gerade vor den entscheidenden Spielen in der Vorrunde betonten einige Sportler, dass ihr Schicksal in Gottes Hand liege.
 

So hoffte beispielsweise die Elfenbeinküste vor der Partie gegen Außenseiter Nordkorea auf ein Wunder. Im direkten Vergleich mit Portugal hätte ein Unterschied von neun Toren gut gemacht werden müssen. Vor der Begegnung sagte Verteidiger Artur Boka, der in der Bundesliga für den VfB Stuttgart spielt: „Eine theoretische Chance haben wir noch. Wenn wir viele Tore schießen, können wir dieses Wunder schaffen. Aber Gott allein weiß, was passiert.“ Das Wunder blieb jedoch aus – die Elfenbeinküste gewann zwar mit 3:0 gegen die Nordkoreaner, schied aber dennoch wegen des torlosen Unentschieden zwischen Portugal und Brasilien aus. Die Niederlage könnte für die Spieler aus dem kommunistischen Nordkorea neben dem Ausscheiden noch weitere unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Wie der ehemalige nordkoreanische Trainer Moon Ki-nam der Nachrichtenagentur AP sagte, müssen Spieler und Trainer in diesem Fall büßen und würden in Kohlebergwerke zum Arbeiten geschickt. Ki-nam war 2004 aus seiner Heimat geflüchtet. Der heutige Coach widersprach dessen Äußerungen. „Ich glaube nicht, dass wir bestraft werden“, sagte Kim Jong Hun.

Okkulte Rituale vor Deutschland-Spiel?

Vor dem Gruppenspiel des deutschen Teams gegen Ghana berichteten die Medien vermehrt über okkulte Rituale von afrikanischen Spielern. So fragte die Online-Zeitung „Berliner Umschau“ vor dem 1:0-Erfolg am 23. Juni: „Ist die deutsche Nationalelf verflucht?“ Die Autorin kam jedoch zu dem Schluss, dass es zu bezweifeln sei, dass hinter den afrikanischen Ritualen und Glücksbringern eine schwarze Magie stehe. Die BILD-Zeitung berichtete im Vorfeld von einem seltsamen Tanz, den die ghanaischen Spieler beim Abschlusstraining vollzogen hätten. „Ein Betreuer gibt auf einer Bongo-Trommel den Takt an. Die Spieler beginnen, zu den dumpfen Klängen rhythmisch zu klatschen.“ Zum Schluss hätten sie gemeinsam gebetet. Der ghanaische Mittelfeldspieler Hans Sarpei – der bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag steht – erklärte: „Der liebe Gott soll uns beschützen und durch das Turnier tragen. Alles andere ist einfach so, weil wir die WM als großes Fest ansehen.“ Zu den Trommelklängen würden sie auch im Mannschaftsbus singen und in der Kabine tanzen. Zu ihren Gebeten vor den Spielen zähle auch Gesang und Klatschen. Grund zum Danken hatten nach dem Spiel nicht nur die Ghanaer, die trotz der 0:1-Niederlage ins Achtelfinale einzogen. Auch der Schütze des deutschen Siegtreffers, der türkischstämmige Muslim Mesut Özil, schickte nach dem Schlusspfiff ein Dankgebet zum Himmel, berichtete der Stern.

Attacken aufgrund des Glaubens

Bei den Brasilianern sorgte unterdessen der Glaube für eine Auseinandersetzung mit einem Journalisten. Nachdem der Kolumnist Juca Kfouri in der Tageszeitung „Folha de Sao Paulo“ über ein vorzeitiges Karriereende des 28-jährigen Weltstars Kaká spekuliert hatte, reagierte dieser sichtlich erbost, als ihn der Sohn des Autors ansprach. Die Attacken seines Vaters gegen ihn gingen schon eine ganze Weile, kritisierte Kaká. Der Grund dafür sei nicht sehr professionell. „Dein Vater hat schon öfter in Beiträgen gesagt: Sein Problem mit mir sei mein Glaube an Jesus Christus.“ So wie er Kfouri als Atheist akzeptiere, erwarte er, dass er und Millionen von Brasilianern akzeptiert würden, wenn sie an Jesus Christus glaubten, so der Mittelfeldspieler laut dpa in einer Pressekonferenz.