22. Juni 2018

Bundespräsidentenwahl: Wulff ist der Sieger…

Der neu gewählte Bundespräsident Christian Wulff. Foto: Screenshot

Der neu gewählte Bundespräsident Christian Wulff. Foto: Screenshot

K O M M E N T A R
von Thomas Schneider
 

Christian Wulff (CDU) ist neuer Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Frei gewählt?!
 
Zwischen Herz und Verstand
Wenn im Vorfeld der Abstimmung Schleswig-Holsteins freier Demokrat Wolfgang Kubicki gegenüber den Medien äußert, dass sich seine Partei „zwischen Herz und Verstand für Christian Wulff“ entschieden habe, bleibt die Frage stehen, wo bei der Entscheidung Herz und Verstand geblieben sind.

Misserfolg der Regierungsparteien
Der christlich-soziale Chef Horst Seehofer warnte gar, dass es um mehr gehe als um den dritten Urnengang. War doch bereits mit dem Ausgang des zweiten Wahlgangs der Misserfolg der Regierungsparteien CDU und FDP offensichtlich. Nun müssen sie sich auch noch mit Stimmenthaltungen von der Linkspartei Schützenhilfe gefallen lassen. Denn Joachim Gauck sei, so die Kommunistin Sahra Wagenknecht, „nicht wählbar“.

Individuelle Entscheidung für die Koalition
Dass es sich um eine freie Wahl gehandelt hat, bescheinigt der Christdemokrat und Unionsvize Wolfgang Bosbach mit seiner Äußerung gegen alle Abtrünnigen. Jeder, so Bosbach, müsse überlegen, „was seine individuelle Entscheidung für die Koalition“ bedeute.

So etwas wie funktionierende Demokratie
Christian Wulff ist der Sieger. Ist nun der neue Mann im höchsten Amt Deutschlands ein Bundespräsident 3. Wahl? Das bleibt abzuwarten. Dank einiger freiheitsliebender Menschen hat die 14. Bundesversammlung jedenfalls gezeigt, dass es noch so etwas wie funktionierende Demokratie mit freier Wahl geben kann.

Ernst und Humor
Versammlungsleiter und Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hat mit gekonnter Verbalgestik gezeigt, dass man bei aller Ernsthaftigkeit den Humor nicht verlieren darf. Schade nur, dass die Bundeskanzlerin nach Bekanntgabe des Endabstimmungsergebnisses ihre Vuvuzela in der Tasche gelassen hat.

Trost für alle, die Gauck wollten
Für unser deutsches Vaterland und für alle, die Joachim Gauck zum Bundespräsidenten haben wollten, gibt es einen Trost: Deutschland kann am 3. Juli nicht gegen die Türkei verlieren. Dafür kann nach der Fußballweltmeisterschaft der neue Bundespräsident sorgen.

Hinweis in eigener Sache: Es handelt sich um einen privaten Kommentar des Kommunalpolitikers Thomas Schneider und nicht um einen Kommentar von idea.