18. August 2018

Wie ein EKD-Ratsvorsitzender sein sollte

Quelle: idea.de

Der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß.

Der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß.

Hamburg (idea) – Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte ein künftiger EKD-Ratsvorsitzender oder eine Ratsvorsitzende haben? Zu dieser Frage hat sich jetzt der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), geäußert.
 

„Mein größter Wunsch wäre ein Ratspräsident, der fest auf den Grundlagen des Glaubens steht, der fröhlich, offen und mutig und unverfälscht zum christlichen Bekenntnis steht und nicht für Beliebigkeit“, sagte der Theologe der Preußischen Allgemeinen Zeitung (Hamburg). Die entsprechende Person solle sich in der Weitergabe des Evangeliums als Brückenbauer Gottes verstehen und vielen Menschen Mut machen, neu nach Gott zu fragen und für sich den Glauben zu entdecken. Rüß: „Ein Ratspräsident als sozialpolitisches Gewissen ist viel zu wenig. Ein Ratspräsident als Chrisopherus, als Christusträger in unsere Gesellschaft, das wäre wahrhaft evangelisch, christlich.“ Am 24. Februar war die Ende Oktober gewählte EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover), von ihren Ämtern zurückgetreten. Sie zog damit die Konsequenz aus einer Trunkenheitsfahrt, bei der sie eine rote Ampel missachtet hatte. Amtierender Ratsvorsitzender ist jetzt der bisherige Stellvertreter, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf). Auf der Tagung der EKD-Synode vom 7. bis 10. November in Hannover steht die Wahl eines oder einer Ratsvorsitzenden an. Der 62-jährige Schneider gilt als Favorit.

Keine Tagespolitik bitte!

Wie Rüß weiter sagte, sollte sich die Kirche aus dem tagespolitischen Geschäft weitgehend heraushalten, denn dazu habe sie kein Mandat. Die Kirche dürfe sich nicht zur politischen Partei machen. Laut Rüß sollte die Kirche dagegen in ethischen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung Stellung beziehen. Als Beispiele nannte er Abtreibung, Sterbehilfe, den Umgang mit Embryonen und Genforschung. „In diesen ethischen Grundsatzfragen wünschte ich mir mehr Gemeinsamkeiten mit der katholischen Kirche“, so Rüß.