16. August 2018

Pakistan: Fünf World Vision-Mitarbeiter ermordet

Quelle: idea.de

Überfall auf Büro des Hilfswerks im Mansehra-Distrikt – Sieben Schwerverletzte.

Überfall auf Büro des Hilfswerks im Mansehra-Distrikt – Sieben Schwerverletzte.

Islamabad (idea) – In Pakistan sind fünf einheimische Mitarbeiter des christlichen Hilfswerks World Vision ermordet worden. Bewaffnete Täter griffen am 10. März das World Vision-Büro im Mansehra-Distrikt an, 65 Kilometer nördlich von Islamabad.
 

Die Angreifer hätten offenbar zunächst Bomben oder Granaten gezündet und dann das Feuer eröffnet, teilte die deutsche Zentrale in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main mit. Bei dem Überfall seien sieben weitere Mitarbeiter schwer verletzt worden; einer werde noch vermisst. „Wir sind geschockt über den brutalen Angriff und diesen sinnlosen Tod unserer Kollegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende von World Vision Deutschland, Christoph Waffenschmidt. Die Täter hätten ihre eigenen Landsleute umgebracht „und noch dazu Menschen, die sich gegen Armut und für bessere Lebensbedingungen in ihrem Land eingesetzt haben“. Nach Angaben des Hilfswerks hat das betroffene World Vision-Büro im Vorfeld weder Hinweise auf einen Anschlag noch einen Drohbrief erhalten. Grundsätzlich seien jedoch in dieser Region westliche Organisationen angefeindet worden. World Vision habe vorläufig alle Hilfsmaßnahmen in Pakistan eingestellt. Das Werk engagiert sich nach eigenen Angaben seit 1992 in Pakistan, insbesondere mit humanitärer Hilfe. Nach dem Erdbeben 2005 versorgte es Tausende von Familien mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung. Aktuell unterstützt World Vision zwei Projekte für Kinder und deren Familien in 22 Gemeinden. Von den 156 Millionen Einwohnern Pakistans sind 95 Prozent Muslime, 3 Prozent Christen und 1,8 Prozent Hindus.