16. August 2018

Nach schwerem Erdbeben: Christen helfen Chile

Quelle: idea.de

Ein Korpsoffizier in Quinta Normal nahe Santiago mit einer Salutistin (Heilssoldatin) in den Trümmern ihres Gemeindegebäudes. Foto: PR

Ein Korpsoffizier in Quinta Normal nahe Santiago mit einer Salutistin (Heilssoldatin) in den Trümmern ihres Gemeindegebäudes. Foto: PR

Santiago de Chile (idea) – Nach einem der schwersten je gemessenen Erdbeben in Chile beteiligen sich zahlreiche christliche Organisationen an der internationalen Hilfe.
 

Bei dem Beben am 27. Februar mit einer Stärke von 8,8 auf der Richterskala kamen nach offiziellen Angaben (Stand 1. März) mindestens 711 Menschen ums Leben. Rund 1,5 Millionen Wohnungen wurden zerstört. Das Epizentrum befand sich rund 100 Kilometer nordöstlich der über 200.000 Einwohner zählenden Stadt Concepcion. Sie liegt etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Bereits wenige Stunden nach der Katastrophe machten sich Nothelfer aus Deutschland auf den Weg ins Katastrophengebiet. Nach Angaben der christlichen Hilfsorganisation Humedica (Kaufbeuren) brach Geschäftsführer Wolfgang Groß direkt von seinem bisherigen Einsatzland Haiti nach Chile auf. In dem Karibikstaat hatte ein Erdbeben am 12. Januar bis zu 300.000 Menschenleben gefordert. Neben Groß seien weitere Mitarbeiter von München aus nach Südamerika geflogen, darunter zwei Ärzte, die bis vor kurzem in Haiti im Einsatz waren, hieß es. Im Gepäck habe das Team Medikamente für die Erstversorgung von bis zu 3.000 Patienten. Der Einsatz erfolge in Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe (Duisburg).

Über 40 Nachbeben

Der deutsche Zweig des christlich-humanitären Hilfswerks World Vision (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main)) bereitet sich auf einen Hilfseinsatz in Chile vor. Erkundungsteams seien bereits in den am stärksten vom Beben betroffenen Regionen unterwegs. Von Bolivien aus startete ein Flugzeug mit Plastikplanen, Decken, Wasserbehältern sowie Koch- und Hygieneartikeln. Der Direktorin von World Vision Chile, Taitiana Benavides (Providencia), zufolge hat es mehr als 40 Nachbeben gegeben: „Die Menschen haben große Angst.“

Heilsarmee hilft mit Kantinenwagen

Auch der internationale Hilfsdienst der Heilsarmee unterstützt die Betroffenen, teilte die deutsche Zentrale der sozial und evangelistisch wirkenden Freikirche in Köln mit. In Santiago befindet sich die Regionalzentrale „Südamerika West“ der „Soldaten Christi“. Deren stellvertretender Leiter, Oberstleutnant F. Bradford Bailley, berichtete, dass ein aus den USA gespendeter Kantinenwagen im Einsatz ist. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA schickte einen Tankwagen mit Trinkwasser von Santiago nach Concepcion. Weitere Spezialisten seien auf dem Weg, so das Hilfswerk.

Baptisten bitten um Gebet

Unterdessen haben die Baptisten in Chile zum Gebet aufgerufen. Die Präsidentin der Freikirche, Raquel Contreras (Santiago), hielt sich zum Zeitpunkt der Katastrophe in den USA auf. „Bitte betet für uns“, bat sie nach einer Pressemeldung des Baptistischen Weltbundes in Falls Church bei Washington. Der Direktor des dortigen Hilfswerks Baptist World Aid, Paul Montacute, kündigte an, dass die baptistische Weltgemeinschaft „mit allen Kräften“ den Leidenden helfen werde. Vom dem Erdbeben ist eine 800 Kilometer lange Region von Valparaiso – 120 Kilometer westlich von Santiago de Chile – bis Araucania im Süden des Landes betroffen. Die Region gilt als erdbebengefährdet: 1960 verwüste das schwerste je gemessene Beben in einer Stärke von 9,5 die Stadt Valdivia im Süden des Landes. 1.165 Menschen kamen dabei ums Leben. 72 Prozent der 16,3 Millionen Einwohner Chiles sind Katholiken und 13 Prozent Protestanten.