16. Juli 2018

Bischof: Urlauber empfinden Kirchen als „urig“

Quelle: idea.de

Jan Janssen: Urlauber besuchten gerne Kirchengebäude, weil sie diese als „urig“ und geheimnisvoll erlebten.

Jan Janssen: Urlauber besuchten gerne Kirchengebäude, weil sie diese als „urig“ und geheimnisvoll erlebten.

Berlin (idea) – Für ein stärkeres Zusammenwirken von Kirche und Tourismus hat sich der Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg, Jan Janssen (Oldenburg), ausgesprochen.
 
Urlauber besuchten gerne Kirchengebäude, weil sie diese als „urig“ und geheimnisvoll erlebten, sagte er bei einer Podiumsdiskussion auf der Internationalen Tourismus-Börse am 12. März in Berlin. Die Diskussion wurde vom Netz „Kirche in Freizeit und Tourismus“ der EKD und der Katholischen Arbeitsgemeinschaft Freizeit und Tourismus veranstaltet. Jansen empfahl besonders ländlichen Kirchengemeinden, mit Tourismusanbietern zusammenzuarbeiten. So könnten Radwandertouren und Pilgerwege an Kirchen vorbeiführen, in denen Besichtigungen angeboten werden. Gegenüber idea sagte Jansen, die Botschaft der Kirche für Touristen sei „Aufatmen und Rückenwind“. Beides habe mit dem Heiligen Geist zu tun. Es gehe darum, Urlaubern zu verdeutlichen, dass sie von Gottes gutem Geist getragen werden. Der katholische Kur- und Touristenseelsorger Herbert Konrad (Bad Tölz) hat die Erfahrung gemacht, dass bei Touristen besonders Berggottesdienste, Wallfahrten und Sonnenuntergangsmeditationen gefragt sind. Durch Berge und Seen könnten Urlauber den Lobpreis der Schöpfung erleben. Die Geschäftsführerin von Tourismus Nordrhein-Westfalen, Prof. Ute Dallmeier (Düsseldorf), sagte, die Kirche müsse mehr auf ihre Kunden zugehen. So sei zwar der Kölner Dom eine bekannte Sehenswürdigkeit, aber nicht jeder Besucher wisse, dass es sich dabei um ein Gotteshaus handle. Zudem seien zu viele Kirchen geschlossen, wenn der Urlauber Lust habe, sie zu besuchen. Dabei sei der Urlaub für viele „Ich-Zeit“, die zur Besinnung diene.