15. Oktober 2018

Treberhilfe verkauft Luxus-Dienstwagen

Quelle: idea.de

Ein Potsdamer Autohändler hat den Maserati erstanden. Foto: Wikipedia/ Dusk Knight

Ein Potsdamer Autohändler hat den Maserati erstanden. Foto: Wikipedia/ Dusk Knight

Berlin (idea) – Das in die Kritik geratene diakonische Unternehmen „Treberhilfe Berlin“ hat seinen Luxus-Dienstwagen nun doch verkauft. Ein Potsdamer Autohändler habe den Maserati für 30.000 Euro erstanden, bestätigte am 24. Februar eine Sprecherin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gegenüber idea.
 

Die Treberhilfe Berlin war in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass ihr Geschäftsführer Harald Ehlert einen 400 PS starken Maserati als Dienstwagen nutzt. Der Neupreis beträgt laut Hersteller rund 114.000 Euro. Noch am 22. Februar hatte das Unternehmen mitgeteilt, man werde den Wagen behalten, allerdings nicht mehr für Dienstfahrten nutzen. Stattdessen solle er als „Transparenz-Mobil“ Berliner Bürger und Touristen durch die Hauptstadt fahren und ihnen die soziale Arbeit vorstellen. Einen Tag später teilten Ehlert und Thomas Dane vom Vorstand des Diakonischen Werkes mit, dass das Auto doch verkauft werden soll. Damit beugte sich die Treberhilfe dem Druck der Diakonie, die mit dem Ausschluss des Werks gedroht hatte.

Aufsichtsrat für Treberhilfe

Wie es weiter hieß, werde Ehlert die Verantwortung für das Unternehmen vorläufig mit Dane teilen. Zudem soll ein Aufsichtsrat eingerichtet werden. Die Treberhilfe Berlin hat 260 Mitarbeiter, die sich um 3.700 Bedürftige kümmern. Sie unterhält 28 Beratungsstellen und Einrichtungen für Wohnungslose. Der Name des Werks greift den Begriff „Trebegänger“ für weggelaufene Kinder und Jugendliche auf. Die Maserati-Affäre war bekannt geworden, nachdem der Wagen im Juni 2009 im Müritzkreis (Mecklenburg-Vorpommern) mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden war. Der Fahrer konnte nicht ermittelt werden. Ehlert sollte daraufhin ein Fahrtenbuch führen. Dagegen klagte er beim Berliner Verwaltungsgericht. Jetzt zog er die Klage zurück. Der für den 24. Februar angesetzte Prozess ist somit hinfällig.