18. Juni 2018

Politik-Karriere für Margot Käßmann?

Quelle: idea.de

Agnes Krumwiede möchte Ex-EKD-Ratsvorsitzende anheuern.

Agnes Krumwiede möchte Ex-EKD-Ratsvorsitzende anheuern.

Berlin/Hannover (idea) – Drei Tage nach ihrem Rücktritt von ihren kirchlichen Ämtern erhält die frühere EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischöfin a.D. Margot Käßmann (Hannover), bereits Angebote für eine künftige Laufbahn in der Politik.
 

Berlin/Hannover (idea) – Drei Tage nach ihrem Rücktritt von ihren kirchlichen Ämtern erhält die frühere EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischöfin a.D. Margot Käßmann (Hannover), bereits Angebote für eine künftige Laufbahn in der Politik. Die kulturpolitische Sprecherin der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Agnes Krumwiede (Berlin), möchte die 51-jährige Theologin in ihre Partei holen. Sie wäre ein Gewinn für die Grünen, meinte Krumwiede laut Presseberichten. Es sei aber wichtig, dass Politik und Kirche getrennt blieben. Frau Käßmann hatte ihre Kirchenämter am 24. Februar niedergelegt, nachdem sie vier Tage zuvor in Hannover betrunken Auto gefahren war und eine rote Ampel missachtet hatte. Sie wurde von der Polizei kontrolliert. Eine Blutprobe ergab einen Alkoholspiegel von 1,54 Promille. Ihr droht ein Strafverfahren. Käßmann amtierte zehneinhalb Jahre als Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Ende Oktober war sie in Ulm als erste Frau an die Spitze des Leitungsgremiums der EKD gewählt worden, die 24,5 Millionen Kirchenmitglieder repräsentiert. Vor allem mit ihrer Kritik am Bundeswehreinsatz in Afghanistan hatte sie um die Jahreswende Schlagzeilen gemacht und eine öffentliche Debatte angestoßen. Die Theologin hatte schon früher geäußert, sie könne sich auch eine Tätigkeit außerhalb der Kirche vorstellen. Frau Käßmann – geschieden und Mutter von vier Töchtern – bleibt Pastorin der hannoverschen Landeskirche. Gegenwärtig nimmt sie eine Auszeit.