17. Oktober 2018

Pfarrer bei Baptistenforum: Homosexualität ist keine Sünde

Quelle: idea.de

Klaus Douglass: Homosexuellenfeindliche Kultur in Gemeinden nicht dulden. Foto: Privat

Klaus Douglass: Homosexuellenfeindliche Kultur in Gemeinden nicht dulden. Foto: Privat

Berlin (idea) – „Homosexualität ist keine Sünde.“ Diese Ansicht vertrat der hessen-nassauische Pfarrer Klaus Douglass (Darmstadt) bei einem Forum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Berlin-Schöneberg. Sie mit über 600 Mitgliedern die größte Berliner Baptistengemeinde.
 

Wie Douglass sagte, streife die Bibel das Thema Homosexualität nur am Rande. Drei Stellen beschäftigten sich damit. Darin gehe es um die Verurteilung bestimmter homosexueller Praktiken. „Das Phänomen homosexueller Liebe scheint mir in den einschlägigen Bibelstellen überhaupt nicht in den Blick zu kommen“, sagte Douglass laut einem Bericht im Gemeindebrief „Der Aufbruch“. Douglass – er ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von vier Kindern – appellierte an die 70 Besucher des Forums, in der Gemeinde keine „homosexuellenfeindliche Kultur“ zu dulden. Unter Christen dürfe es keinen Platz geben für eine „unheilvolle Verurteilung und Ausgrenzung von Menschen, die man dann auch noch biblisch begründet wissen will“. Wie es im Gemeindebrief weiter heißt, habe es in der Aussprache unterschiedliche Meinungen zum Thema Homosexualität und zu den von Douglass genannten Bibelstellen gegeben. Fast alle Teilnehmer hätten jedoch deutlich gemacht, dass sie mit Homosexuellen kein Problem hätten, diese in der Gemeinde willkommen seien und auch mitarbeiten könnten. Douglass war bis Mitte 2009 Pastor in der Evangelischen Andreasgemeinde in Niederhöchstadt bei Frankfurt am Main, die mit ihren Gottesdiensten viele Kirchendistanzierte erreicht. Inzwischen arbeitet er im Personaldezernat der hessen-nassauischen Kirchenverwaltung in Darmstadt.