18. Juni 2018

Parzany: Ausländer bei der Evangelisation einbeziehen

Quelle: idea.de

Ulrich Parzany: „Wir brauchen Euch mehr bei der Verkündigung des Evangeliums unter den Deutschen“.

Ulrich Parzany: „Wir brauchen Euch mehr bei der Verkündigung des Evangeliums unter den Deutschen“.

Darmstadt (idea) – Christliche Ausländergemeinden sollten stärker in die evangelistischen Bemühungen unter Deutschen einbezogen werden. Dazu hat der Leiter der Aktion ProChrist, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), bei einem internationalen Gottesdienst der Evangelischen Allianz Darmstadt am 31. Januar aufgerufen.
 

„Wir brauchen Euch mehr bei der Verkündigung des Evangeliums unter den Deutschen“, rief er den afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Besuchern zu. Mit rund 1.800 Teilnehmern war der Saal im Kongresszentrum „Darmstadtium“ bis auf den letzten Platz gefüllt. Etwa 300 Kinder nahmen an einem eigenen Programm mit dem Liedermacher Daniel Kallauch teil. Parzany lobte Darmstadt als ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man das geistliche Feuer der Ausländergemeinden auch in die heimischen Gemeinden tragen könne. Allerdings gelinge dies bisher an zu wenigen Orten. Parzany ermunterte ausländische Christen, nicht zu viel Respekt vor der „gottlosen Arroganz der Deutschen“ zu haben. Christen, die von der Südhalbkugel nach Deutschland gekommen sind, würden von den Einheimischen oft von oben herab betrachtet. Dieser Hochmut reiche bis in die Kirchen hinein, wo es die Ansicht gebe, dass die Frömmigkeit in ausländischen Gemeinden zu wenig reflektiert oder zu evangelikal sei. Diese Überheblichkeit stehe im Widerspruch zur Armut des geistlichen Lebens in Deutschland. Die Besucher reagierten auf die Äußerungen Parzanys mit Applaus. Seine Predigt wurde ins Englische übersetzt.

In Darmstadt leben Bürger aus 140 Nationen

Der Gottesdienst bildete den Abschluss der Allianzgebetswoche in Darmstadt. Sie findet dort traditionell später statt als in anderen Städten und Gemeinden. In den meisten anderen der 1.100 Orte mit Evangelischer Allianz in Deutschland wurde die Gebetswoche vom 10. bis 17. Januar veranstaltet. Die Gebete in dem Internationalen Gottesdienst wurden in mehreren Sprachen gesprochen. Bei der musikalischen Gestaltung wirkten ein afrikanischer, ein lateinamerikanischer und ein koreanischer Chor mit. Der Darmstädter Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) würdigte in einem Grußwort, dass der christliche Glaube Menschen über kulturelle und nationale Grenzen hinweg verbinde. Nach seinen Angaben leben in der 142.ooo Einwohner zählenden südhessischen Stadt Bürger aus 140 Nationen. In der Evangelischen Allianz Darmstadt arbeiten Christen aus etwa 20 landes- und freikirchlichen Gemeinden sowie freien Werken zusammen.