22. Juni 2018

Lebenslänglich, weil er Koranseiten verbrannt haben soll

Quelle: idea.de

Der pakistanische Christ Imran Masih bestreitet den Vorwurf vehement. Foto: PR

Der pakistanische Christ Imran Masih bestreitet den Vorwurf vehement. Foto: PR

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als Gefangenen des Monats Februar haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den pakistanischen Christen Imran Masih benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen. Der 26-Jährige war am 11. Januar von einem Gericht in Faisalabad wegen angeblicher Blasphemie (Gotteslästerung) zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden.
 

Der Händler hatte am 1. Juli 2009 seinen Obstladen in einem Vorort von Faisalabad gereinigt und dabei überflüssige Papiere verbrannt. Daraufhin begann der muslimische Besitzer eines Nachbarladens zu schreien, dass Imran Seiten des Koran angezündet habe und der Ungläubige getötet werden müsse. Herbeigeeilte Muslime verprügelten den Christen schwer. Polizisten bewahrten ihn vor dem Tod und nahmen ihn fest. Gegenüber Vertretern christlicher Menschenrechtsorganisationen beteuerte der Händler, dass er auf keinen Fall Seiten des Koran verbrannt habe. Dennoch beschuldigte ihn der Richter, Koranseiten und ein arabisches Buch in Brand gesteckt zu haben, „um religiösen Hass zu entfachen und die Gefühle der Muslime zu verletzen“. Die IGFM ruft dazu auf, sich in Briefen an die pakistanischen Botschaften zu wenden. Staatspräsident Asif Ali Zardari solle sich für die Sicherheit des Christen einsetzen und umgehend ein gerechtes Verfahren einleiten. Von den 156 Millionen Einwohnern Pakistans sind 95 Prozent Muslime, 3 Prozent Christen und 1,8 Prozent Hindus.