19. Juni 2018

Bundestag: Katholiken überholen Protestanten

Quelle: idea.de

Mehr als jeder dritte Abgeordnete schweigt über Religionszugehörigkeit. Foto: Deutscher Bundestag/Achim Lichtblick

Mehr als jeder dritte Abgeordnete schweigt über Religionszugehörigkeit. Foto: Deutscher Bundestag/Achim Lichtblick

Berlin (idea) – Im Deutschen Bundestag sitzen erstmals seit der Wiedervereinigung weniger Protestanten als Katholiken. Das geht aus Kürschners Volkshandbuch hervor, das Ende Januar erschienen ist.
 

Es enthält Kurzbiografien aller 622 Abgeordneten. Von ihnen geben 177 an, evangelisch zu sein; das sind 32 weniger als in der vorangegangenen Wahlperiode. 190 sind katholisch (+11). 27 Parlamentarier bezeichnen sich als konfessionslos (-1), 3 bekennen sich zum Islam (keine Veränderung). Zwei Fraktionsmitglieder der Partei „Die Linke“ nennen sich Atheisten. Mehr als ein Drittel der Mandatsträger (223) macht keine Angaben zur Konfession. Die meisten Kirchenmitglieder hat die Union: Mit 135 Katholiken (+7) und 88 Protestanten (keine Veränderung) beträgt der Anteil derjenigen, die einer Kirche angehören, 93 Prozent. Beim Koalitionspartner FDP bekennen sich knapp 57 Prozent der Fraktionsmitglieder zu einer Kirchenmitgliedschaft: Hier sind 31 evangelisch (+7) und 22 katholisch (+11). Ein Abgeordneter ist Muslim, zwei bezeichnen sich als konfessionslos (keine Veränderung).

Jeder zweite Sozialdemokrat ohne Angaben

Von der von 222 auf 146 Abgeordnete geschrumpften SPD-Fraktion machte jeder Zweite keine Angaben zur Konfession (zuvor 42 Prozent). 44 Mitglieder geben an, evangelisch zu sein (-40). 20 sind katholisch (-10). Acht bezeichnen sich als konfessionslos (-5). Von der Fraktion „Die Linke“ gehören drei zur evangelischen (-1) und vier zur katholischen Kirche (+1). 55 Parlamentarier (+19) machen keine Angaben; zwölf bezeichnen sich als konfessionslos (+2). Die kleinste Fraktion im Bundestag – Bündnis 90/Die Grünen – stellt elf evangelische und neun katholische Abgeordnete (je +2). Zwei Parlamentarier dieser Fraktion sind Muslime (+1), vier konfessionslos (+2). 42 äußerten sich nicht dazu, ob sie Kirchenmitglied oder konfessionslos sind (+10).