15. Dezember 2017

Herbstsynode: Keine Segnung von Homopaaren

Quelle: jungefreiheit.de

Homosexuelle posieren mit der Regenbogenfahne. Foto: Thomas Schneider/agwelt

STUTTGART. Gleichgeschlechtliche Partner können sich auch künftig in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg nicht öffentlich segnen lassen. Das hat die Synode bei ihrer Tagung am 29. November in Stuttgart entschieden. Der entsprechende Gesetzesvorschlag des Oberkirchenrates erhielt nicht die in der zweiten Lesung erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Landesbischof Frank Otfried July hatte sich für die Liberalisierung ausgesprochen. Diese hätte vorgesehen, daß der Kirchengemeinderat mit einer Dreiviertelmehrheit sowie der Pfarrer einer öffentlichen Segnung zustimmen müssen. Außerdem war ein umfassender Gewissensschutz für Pfarrer vorgesehen.

July: Mehrheit für Homo-Segnungen

Nach der Abstimmung zeigte sich July enttäuscht. Die hohe zahlenmäßige Zustimmung „spiegelt weite Teile der Stimmungslage der Basis wieder. Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, daß eine Mehrheit der Synode die Segnung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften möchte.“ Er sehe hier einen Auftrag, sich weiter dafür einzusetzen.

Der stellvertretende Vorsitzende der konservativen „Lebendigen Gemeinde“, Steffen Kern, kommentierte die Entscheidung gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea positiv: „Als Gemeinschaftsverbände sehen wir keinen biblischen Auftrag für öffentliche Trau- oder Segnungsgottesdienste anlässlich der Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare.“ Sie sähen zugleich sehr wohl die Herausforderung, homosexuelle Christen zu begleiten und ihnen eine Heimat in ihren Gemeinden und Gemeinschaften zu ermöglichen.

Die rund 2,1 Millionen Mitglieder große evangelische Landeskirche Württemberg ist eine der wenigen, die gleichgeschlechtlichen Paaren offiziell den gottesdienstlichen Segen verweigert. In der badischen Landeskirche etwa ist dies möglich. (idea/ls)