17. Oktober 2017

Holländische Bahn führt geschlechtsneutrale Anrede ein

Quelle: jungefreiheit.de

Flagge Niederlande

AMSTERDAM. Die niederländische Bahn wird ihre Kunden künftig geschlechtsneutral ansprechen. Statt mit „meine Damen und Herren“ sollen Schaffner künftig die Formulierung „liebe Reisende“ wählen. Damit möchte die niederländische Bahn Rücksicht auf Fahrgäste nehmen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen können.

In der vergangenen Woche hatte bereits die Hauptstadt Amsterdam ihre Beschäftigten zur Rücksichtnahme aufgerufen. „Wir werden nichts verbieten, wollen aber, daß sich die Beamten ihres Sprachgebrauchs bewußt sind“, zitiert die FAZ eine Stellungnahme der Stadt.

Unisextoiletten in Utrecht

So sollen die Beschäftigten statt „Mutter“ und „Vater“ lieber von „Eltern“ sprechen. Im Niederländischen kann das Wort auch im Singular verwendet werden. In der zweitgrößten Stadt des Landes, Rotterdam, sollen Einwohner in Fragebögen nicht mehr nach dem Geschlecht gefragt werden. Die Stadt Utrecht hat Unisex-Toiletten eingeführt.

Vor zwei Wochen hatte Londons U-Bahn-Betreiber angekündigt, Fahrgäste künftig nicht mehr als „Ladies and Gentlemen“ anzusprechen. Das gab die Londoner Behörde für öffentlichen Verkehr, Transport for London (TfL), bekannt. Damit will die TfL „die große Diversität Londons widerspiegeln“, berichtete die Tageszeitung Daily Mail.

Statt dessen müssen Angestellte der „London Tube“ Fahrgäste künftig mit „hello everyone“ ansprechen. Diese geschlechtsneutrale Begrüßung solle sicherstellen, daß sich alle Menschen angesprochen fühlen, die mit der U-Bahn fahren. Auch die Lautsprecherdurchsagen sollen entsprechend geändert werden.

Londons Bürgermeister für „zeitgemäße Grußformel“

In den vergangenen Monaten hatte die in London sitzende LGBT-Lobbygruppe „Stonewall“ gefordert, die „höfliche, aber in Wirklichkeit nicht mehr zeitgemäße Grußformel“ auszutauschen. Unterstützt wurde sie dabei unter anderem von Londons moslemischem Bürgermeister Sadiq Khan. (tb)